Kunst mit Gipsmasken

Am letzten Tag des „Osterfun-Programms“ im Jugendhaus Erfelden werden Gipsmasken auf Leinwänden zu Kunstwerken

Fröhliches Eingipsen
Fröhliches Eingipsen
Eva (links) und Kathleen gipsen Hannah ein
Eva (links) und Kathleen gipsen Hannah ein
Finn wird von Betreuer Dario Macarron Palacios versorgt und Armanc von Jakob (von vorne)
Finn wird von Betreuer Dario Macarron Palacios versorgt und Armanc von Jakob (von vorne)
Emilie, Franca, Hannah und Eva (von links) bearbeiten ihre Gipsmasken, bevor sie diese auf Leinwände kleben
Emilie, Franca, Hannah und Eva (von links) bearbeiten ihre Gipsmasken, bevor sie diese auf Leinwände kleben

Ein ungewöhnliches Bild bietet das Jugendhaus Erfelden am letzten Freitag der Osterferien: Gemütlich auf Decken ausgestreckt liegen dort Kinder und Jugendliche, eifrig umsorgt von anderen Kindern und Betreuern, die geduldig feuchte Gipsstreifen auf die dick mit Vaseline eingecremten Gesichter legen. „Das ist eine super Gesichtsbehandlung – und das ganz kostenlos“, juxt Jugendpflegerin Julia Spitzer. Franca (elf Jahre) würde gerne etwas dazu sagen. Geht aber schlecht, wenn der Mund mit Gips zugeklebt ist, also behilft sie sich mit wildem Gestikulieren. „Nicht so viel bewegen, sonst wird die Maske ganz bröckelig“, mahnt Emilie, während sie den nächsten gipsgetränkten Mullstreifen in Wasser tunkt und auf Francas Kinn platziert. 

In der zweiten Ferienwoche hat das Jugendbüro Riedstadt gemeinsam mit dem Verein Auszeit e.V. ein buntes „Oster-Fun-Programm“ zusammengestellt (wir haben berichtet), bei dem sich Kinder und Jugendliche auch für einzelne Tage anmelden konnten. Am Dienstag ging es mit 14 Teilnehmern zum Adventure-Golf nach Groß-Zimmern. Am nächsten Tag stand ein Koch-Wettstreit in zwei Teams auf der Tagesordnung, die jeweils ein Drei-Gänge-Menü nach bestimmten Vorgaben auswählen und zubereiten mussten. „Wir haben gefühlt sechs Stunden gegessen, alles hat super lecker geschmeckt“, lacht die Jugendpflegerin. Am Donnerstag machten zwölf Kinder und Jugendliche einen Ausflug zum Lasertag nach Darmstadt und nun steht am letzten Tag kreatives Gestalten mit Gipsmasken auf dem Programm.  

Die Herstellung der Gipsmasken ist dabei nur der erste, wenn auch aufregendste Schritt. Später sollen die Masken zu einem Kunstwerk weiterverarbeitet werden. Mittlerweile cremen sich die nächsten Kinder ihre Gesichter ein und lassen sich von anderen dabei helfen, Klarsichtfolie über Haare und Ohren und Klopapier über die Augenbrauen zu legen. „Sonst kleben die Härchen der Augenbrauen fest“, erklärt Spitzer. „Ich habe oben angefangen und mich dann weiter nach unten gearbeitet“, erklärt Eva (13 Jahre), die Hannahs (zwölf Jahre) Gesicht in nasse Gipsstreifen gehüllt hat. „Das Schwierigste war, den Mund nicht aufzumachen – ich musste die ganze Zeit lachen“, erzählt Hannah anschließend. Zu ihrer großen Erleichterung hat es gar nicht lange gedauert, bis die Maske trocken war und abgenommen werden konnte. Nun sitzt sie im Nebenraum an einem Tisch und verschließt die Augenöffnungen auch noch mit Gipsstreifen. Um sie herum wird eifrig gewerkelt, die Masken noch etwas zugeschnitten und gegebenenfalls ein wenig nachmodelliert.  

Denn sie werden der Mittelpunkt eines ungewöhnlichen Kunstwerks, das die Teilnehmer des Osterfun-Workshops am Ende des Tages auch mit nach Hause nehmen dürfen. Jugendpflegerin Spitzer erklärt, wie sie die Gipsmasken mit Maleracryl auf eine Leinwand kleben können, ansonsten sind die jungen Künstlerinnen und Künstler völlig frei in ihrer Gestaltung. Farben und Federn, Glitter und Glitzersteine: wie und was gemalt wird, oder ob noch weitere Materialien verarbeitet werden – der Phantasie sind keine Grenzen setzt.

Das untere Foto wurde uns freundlicherweise von Harald von Haza-Radlitz, Gernsheim zur Verfügung gestellt.