Krankhafte Knauserigkeit

BüchnerBühne Riedstadt zeigt am 13. April Molières Komödie „Der Geizige“

Der geizige Harpagon (Christian Suhr) mit  „Gelegenheitsmacherin“ Frosine (Mélanie Linzer)
Der geizige Harpagon (Christian Suhr) mit „Gelegenheitsmacherin“ Frosine (Mélanie Linzer)

Geiz ist geil? Nicht bei Molière. Mit beißendem Spott erzählt „Der Geizige“ von den unerfreulichen Folgen wahnhafter Besitzgier und ihrer Überwindung durch zwei junge Liebespaare. Die BüchnerBühne zeigt den zeitlos aktuellen Komödien-Klassiker über krankhafte Knauserigkeit am Samstag, 13. April um 19:30 Uhr. Das Theatercafé öffnet bereits eine Stunde vorher für die Gäste. Theaterkarten sind wie üblich im Vorverkauf oder an der Abendkasse erhältlich.  

Im katholischen Christentum gehörte die Avaritia, der Geiz, die Habsucht, noch als zweite zu den sieben Hauptlastern, die als die Wurzeln der Todsünden betrachtet wurden. Molière führt uns jenseits aller Religion vor, dass Geiz in seiner krankhaften Zuspitzung des menschlichen Besitztriebes zutiefst lebensfeindliche Züge trägt. Seine brillante Charakterisierung der Titelfigur hat es im 19. Jahrhundert sogar in Meyers Konversationslexikon zum Thema Geiz gebracht.

Familienoberhaupt Harpagon (Christian Suhr) liebt allein und ausschließlich sein Geld, das er im Garten vergraben hat. Sein einziges Bestreben ist das Bewahren und Mehren seines Vermögens. Seine Kinder Elise und Cléanthe hingegen sind auf Amors Spuren unterwegs und folgen ihren Sehnsüchten mehr im zwischenmenschlichen Bereich. Zum guten Ende schließlich findet – wie bei den Molière-Theaterklassikern üblich – „jedes Töpfchen sein Deckelchen“ und drei Ehen sind gestiftet. Selbst Harpagon umarmt seine wieder gefundene größte Liebe – die Geldkassette - und scheint endlich glücklich.  

Das Darmstädter Echo schrieb in seiner Kritik zur Premiere: „Während die Psycho-Studie von Geiz und Gier von immer aberwitzigeren Zufällen überwuchert wird, entfacht dieses Ensemble eine lustvolle Spielwut, die in einer gnadenlos übertriebene Parodie mündet.“  

Theaterkarten sind im Vorverkauf über den Online-Ticketshop der Homepage (www.buechnerbuehne.de), bei allen bekannten Vorverkaufsstellen über Reservix oder direkt im Theaterbüro (dienstags und freitags von 10:00 bis 13:00 Uhr) erhältlich. Zusätzlich sind in der Region die Buchhandlungen Bornhofen in Gernsheim und Faktotum in Wolfskehlen, die Infothek des Landratsames in Groß-Gerau sowie „Florales & Handgemachtes“ in Goddelau, Weidstraße 5 F örtliche Vorverkaufsstellen.