Kleine Denkmale aus Messing

Der Künstler Gunter Demnig verlegt am Montag, 14. Mai Stolpersteine in Leeheim

Stolpersteine gegen das Vergessen: Familie Levi aus Crumstadt floh vor dem Nazi-Terror nach Uruguay
Stolpersteine gegen das Vergessen: Familie Levi aus Crumstadt floh vor dem Nazi-Terror nach Uruguay

Schon seit vier Jahren beteiligt sich die Stadt Riedstadt an dem europaweiten Kunstprojekt der Stolpersteine. Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt dabei zur Erinnerung an die Opfer des deutschen Nazi-Terrors kleine Betonquader im Bürgersteig an deren letzten frei gewählten Wohnsitzen. Mit den in Messingtafeln gravierten Lebensdaten wird den vielen „verschwundenen Nachbarn“ gedacht, die einst das dörfliche Zusammenleben bereicherten und aus ideologischen Gründen verfolgt, vertreiben oder im schlimmsten Falle ermordet wurden. Inzwischen liegen Stolpersteine in 1099 Orten Deutschlands und in zwanzig Ländern Europas.  

Am Montag, 14. Mai kommt Demnig bereits zum achten Mal nach Riedstadt und wird um 15:30 Uhr im Stadtteil Leeheim insgesamt neun Stolpersteine verlegen. Die Gedenkfeier für alle Interessierten beginnt am ersten Verlegungsort in der Klappergasse 5 und wandert schließlich zur Geinsheimer Straße 9.  

Die Verlegung wurde wieder intensiv von der Projektgruppe des Fördervereins Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau vorbereitet. Die Gruppe unternahm umfangreiche Recherchen zu den Lebensschicksalen jener Personen, an die mit den kleinen Messingtafeln erinnert werden soll.  

In einem Faltblatt, das an verschiedenen öffentlichen Stellen ausliegt und bei der Stadt erhältlich ist, werden die Ergebnisse dieser Recherchen zusammengefasst. Mit den neun Stolpersteinen soll an die beiden jüdischen Familien Kornsand und Regenstein erinnert werden. Zum Abschluss der Verlegungsaktion sind die Gäste zum Gedankenaustausch bei Kaffee und Kuchen in das evangelische Gemeindehaus Leeheim eingeladen.  

Wer sich für die Mitarbeit in der Projektgruppe interessiert, kann gerne zum nächsten Treffen vorbeikommen. Das ist für Freitag, 8. Juni 2018 um 19:00 Uhr in der ehemaligen Synagoge in Erfelden (Neugasse 43) geplant. Dann geht es bereits um die Vorbereitung der nächsten Steinverlegung, die am Samstag, 27. Oktober erstmals in Erfelden stattfinden wird.    

Wer die Aktion finanziell unterstützen möchte, kann beispielsweise eine Patenschaft für einen der Stolpersteine übernehmen. Für einen Stolperstein fallen 120 Euro Kosten an. Für weitere Auskünfte steht der Vorsitzende des Fördervereins, Walter Ullrich (Ringstraße 50, 65468 Trebur-Geinsheim, Telefon 06147 8361, E-Mail: walter.ullrich(at)freenet.de) gerne zur Verfügung.