Kindertagesstätte am Park erzeugt Strom

Energiegenossenschaft Ried und Stadt nehmen Photovoltaikanlage in Goddelau in Betrieb

Die Stromerzeugung auf dem Dach der Kita am Park wird in Betrieb gesetzt
Die Stromerzeugung auf dem Dach der Kita am Park wird in Betrieb gesetzt

„Nach jahrelanger Unsicherheit durch eine sich ständig ändernde Gesetzeslage zur Förderung von Photovoltaikanlagen ist zur Zeit wieder etwas Ruhe eingetreten, sodass wir nun daran gehen konnten, ein neues Projekt zu entwickeln.“ So erläuterte Jürgen Lenschow von der Energiegenossenschaft die Ausgangslage des jüngsten Projektes. Die neue Kindertagesstätte „Am Park“ in Goddelau bot sich für eine solche Photovoltaikanlage an. Die städtische Einrichtung hat eine Teildachfläche von etwa 450 Quadratmeter, die mit leichter Steigung direkt nach Süden ausgerichtet ist. „Geradezu ideal für eine Photovoltaikanlage.“, erklärt Bürgermeister Werner Amend beim Ortstermin vor wenigen Tagen. Im Beisein des Lieferanten Olaf Killmann von der Firma OK Solar GmbH nahmen Amend und Lenschow die Anlage in Betrieb.  

Die Belegung des Daches mit Solarmodulen musste so gestaltet werden, dass der Zugang zu den technischen Einrichtungen auf dem Dach gewährleistet ist. Daraus ergab sich Platz für eine Anlage von 52,205 kWp (kW Peak). KWp ist die Leistung, die die Anlage bei voller Sonneneinstrahlung abgeben kann. Aufgrund der Ausrichtung der Module und der relativ geringen Neigung des Daches (7°) erwartet die Energiegenossenschaft einen spezifischen Jahresertrag der Anlage von 880 kWh/kWp, was einem jährlichen Ertrag von etwa 46.000 kWh entspricht.  

Was bedeutet diese Zahl? Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht im Jahr im Durchschnitt etwa 5.000 kWh, so dass die Anlage auf dem Dach der Kindertagesstätte „Am Park“ in Goddelau über das Jahr im Mittel den Strom erzeugt, den neun Vier-Personen-Haushalte in Goddelau verbrauchen. Strom, der da erzeugt wird, wo er genutzt wird, und deshalb beträchtliche Transportverluste vermeidet.   Und einen weiteren Vorteil hat dieser Strom: Für seine Erzeugung werden bei der Herstellung der Module und sonstiger technischer Einrichtungen etwa 100 Gramm CO2/kWh freigesetzt, wenn man die bei der Produktion entstehende Menge CO2 auf die in der Lebensdauer von geschätzten zwanzig Jahren erzeugten Kilowattstunden umlegt. Dagegen werden bei der Erzeugung des derzeit in Deutschland angebotenen Strommix etwa 500g CO2/kWh ausgebracht.  

„Das bedeutet für unsere Photovoltaikanlagen, dass jede Kilowattstunde, die sie erzeugt, 400g CO2 einspart. Jedes Jahr sorgt die Anlage in Zukunft also dafür, dass 23.000 t CO2 weniger ausgestoßen werden.“, so Jürgen Lenschow abschließend. „Ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung“ waren sich die Anwesenden einig.  

Mehr zur Energiegenossenschaft Ried unter www.eg-ried.de. Die Aktiven der Energiegenossenschaft bieten regelmäßige Sprechzeiten im ehemaligen Rathaus Wolfskehlen an. Jeden ersten Dienstag im Monat ab 18:30 Uhr oder generell montags von 9:30 Uhr bis 12:00 Uhr ist das Büro dort besetzt.    

Unser Foto oben zeigt (v.l.) Jürgen Lenschow von der Energiegenossenschaft Ried, Bürgermeister Werner Amend und Olaf Killmann von der OK Solar GmbH.