Jugendparlament aus Achtklässlern

Klasse 8D der Martin-Niemöller-Schule diskutiert während Festwochenende über Herabsetzung des Wahlalters

Der Klassenrat der 8D will während des Festwochenendes zu den Riedstädter Verschwisterungsjubiläen als Jugendforum tagen.
Der Klassenrat der 8D will während des Festwochenendes zu den Riedstädter Verschwisterungsjubiläen als Jugendforum tagen.

In der Klasse 8D der Martin-Niemöller-Schule (MNS) tagt während der Gesellschaftslehrestunde der Klassenrat. Vorsitzender ist heute Raúl. Die Cartoon-Figur auf seinem Schild ist zwar mit Krone und Zepter ausstaffiert, doch seine Funktion ist streng demokratisch. „Ich führe durch die Tagesordnung und leite die Diskussion, damit wir zu Ergebnissen kommen“, steht denn auch erklärend auf dem Schild des Vorsitzenden. Flankiert wird er von Protokollant Jannic, Zeitwächter Elia und Regelwächter Marvin. Ihre Namen wurden heute aus der Klassenbox gezogen - bei der nächsten Klassenratssitzung wird das Präsidium wieder ganz anders zusammengesetzt sein.  

Diskutiert und abgestimmt wird über Anträge, die von den Achtklässlern während der Woche in die Box geworfen wurden. Das kann die Frage sein, was beim nächsten Klassenausflug unternommen wird, oder auch schon mal die Beschwerde über verdreckte Tische. Aktuell fischt der Protokollant den Vorschlag aus der Box, dass nächste Woche Schüler den Unterricht halten und organisieren. Klassenlehrer Sebastian Tron ist begeistert. „Demokratie stärken ist ein Auftrag, der unserer Schule sehr wichtig ist. Den Klassenrat als Form der politischen Partizipation gibt es seit der fünften Klasse. Mittlerweile kann ich mich mehr und mehr zurückziehen. Das ist ein Forum, das die Schüler komplett alleine gestalten.“  

Nun erweitert die Klasse ihr demokratisches Forum. Während des Festwochenendes zu Riedstadts Verschwisterungsjubiläen tagt es am Samstag, 25. Mai, um 11:00 Uhr als Jugendparlament im Sitzungssaal des Riedstädter Rathauses (dritter Stock). Wie auch im Klassenrat wird es im Jugendparlament ein Präsidium aus Vorsitzenden, Zeit- und Regelwächter sowie Protokollant geben. Diskutieren werden die 13- bis 14jährigen über die Frage: „Soll es ein Wahlrecht ab 16 Jahren geben?“ Damit das Ganze etwas strukturiert läuft, erarbeitet die Klasse zurzeit im Gesellschaftslehrefach Pro- und Contra-Argumente. Je zwei Jugendliche werden dann während der Sitzung die Für- oder Gegenposition einnehmen, erläutert Klassenlehrer Tron. Geplant sind zwei Durchläufe, damit möglichst viele Schülerinnen und Schüler Abgeordnete des Jugendparlaments werden können. Abschließend ist auch noch eine Abfrage und Abstimmung mit dem Publikum geplant, verrät Tron. Insgesamt soll das Jugendparlament eine Stunde tagen. Flankiert wird die Veranstaltung durch eine Plakatausstellung zu den Kinderkonferenzen der Kita Thomas-Mann-Platz in Riedstadt-Erfelden – dort üben bereits die ganz Kleinen demokratische Partizipation.  

Das Foto zeigt das Präsidium, bestehend aus (von links) Protokollant Jannic, Vorsitzender Raúl, Zeitwächter Elia und Regelwächter Marvin.