Jährliche Förderung erwünscht

Förderverein Büchnerhaus setzt seine Gespräche mit Landeskulturpolitikern fort – Gernot Grumbach zu Gast in Goddelau

Ziehen parteiübergreifend an einem Strang: Bürgermeister Marcus Kretschmann (CDU) und die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Gernot Grumbach und Gerald Kummer
Ziehen parteiübergreifend an einem Strang: Bürgermeister Marcus Kretschmann (CDU) und die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Gernot Grumbach und Gerald Kummer

Nach den kulturpolitischen Sprecherinnen von CDU und Grünen, Karin Wolff (wir haben berichtet) und Martina Feldmayer (wir haben berichtet), war vergangene Woche der Sprecher der SPD im hessischen Landtag in Goddelau zu Besuch.  

Gernot Grumbach ist von Haus aus mit der Thematik vertraut – der gelernte Deutschlehrer hat keine Zweifel an der literarischen und politischen Bedeutung Georg Büchners. In Begleitung seines Landtagskollegen Gerald Kummer, dem langjährigen Vorsitzenden des Vereins Büchnerhaus und ehemaligem Bürgermeister Riedstadts, führte er ein ausführliches Gespräch mit dem Vereinsvorstand im Museum. Bürgermeister Marcus Kretschmann und Fördervereinsvorsitzende Werner Amend schilderten das außergewöhnliche und jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder und betonten die Bedeutung des Museums für Riedstadt.  

Museumsleiter Peter Brunner führte durch die Dauerausstellung und erläuterte die Aktivitäten des Fördervereins. Neben dem Fortgang der Bautätigkeiten, bei denen es noch in diesem Jahr gelingen soll, den Rohbau der Büchnerscheune fertigzustellen, ist eine Veranstaltungsreihe mit der Landeszentrale für politische Bildung begonnen worden.  

Die Vernetzung sowohl mit anderen Akteuren zur republikanischen Geschichte Hessens wie mit lokalen Partnern – dem örtlichen Turnverein - soll mit einer Ausstellung über Georg Büchners Vertrautem Friedrich Weidig, dem Butzbacher Lehrer und Turner, ausgebaut werden. Die enge Partnerschaft mit der gleichfalls in Riedstadt arbeitenden BüchnerBühne soll zu Kooperation und Synergie führen. Seit kurzem trägt die Buslinie 40, die Darmstadt, Goddelau und Erfelden, also historische und aktuelle Stätten der Büchners, verbindet, den Namen „Büchnerlinie“.  

Das neueste Ausstellungsstück des Museums ist die Dauerleihgabe eines historischen Flugblatts aus Leipzig zur Hinrichtung des Mörders Woyzeck. Mit Sondermitteln des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst kann in Kürze auch die inzwischen über 20 Jahre alte Videoinstallation ersetzt werden.  

Bürgermeister Marcus Kretschmann betonte, wie wichtig eine jährlich sichere Förderung des Büchnerhauses wäre. Stadt und Förderverein wollen über die jeweils nur anlassbezogen gewährten Förderungen einzelner Projekte hinauskommen. Im Grunde möchte man erreichen, dass das Büchnerhaus ähnlich wie andere Museen in Hessen mit überregionaler Bedeutung vom Land behandelt wird.  

Aktuell ist Museumsleiter Peter Brunner in Teilzeit bei der Stadt Riedstadt angestellt und die verfügbaren Mittel aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden decken kaum die laufenden Kosten. Eine jährliche Landesförderung wäre deshalb ein Riesenschritt in der Weiterentwicklung des Büchnerhauses.  

MdL Grumbach erläuterte seinen Gastgebern die unterschiedlichen Förderansätze, die er für realisierbar hält und erklärte seine Bereitschaft, den Verein bei seinen Bemühungen zu unterstützen.