Insekten suchen „Sommerwohnung“

Umweltamt Riedstadt informiert über „friedliches Zusammenleben“ mit Insekten

Eine Hornisse auf einer Pfingstrose (Foto © Udo Heldberg)
Eine Hornisse auf einer Pfingstrose (Foto © Udo Heldberg)

Mit Beginn des Frühlings gehen die staatenbildenden Insekten auf Suchen nach einem Standort für ihr diesjähriges Nest. Die Königinnen von Hummeln, Wespen und Hornissen haben alleine überwintert und gründen nun einen neuen Staat. Aber auch die einzeln lebenden Arten der Solitärbienen sind jetzt suchend unterwegs, wo sie einzelne Eier mit einem Futtervorrat platzieren können. Ihnen kann man gezielt Holzklötze mit vorgebohrten Löchern anbieten.  

Hummeln haben zusammen mit den Bienen eine sehr wichtige Funktion bei der Bestäubung von Obstbäumen und anderen Nutzpflanzen. Wespen und Hornissen tragen dazu bei, lästige Fliegen zu jagen. Wenn irgendwie möglich, sollte man diese Tiere möglichst ungestört ein Quartier suchen lassen.  

Allerdings ist jetzt auch der richtige Zeitpunkt, unpassend gewählte Neststandorte zu verhindern. Wenn man also zum Beispiel die Wespenkönigin dabei beobachtet, wie sie häufig immer wieder den gleichen Spalt im Rolladenkasten aufsucht, dann sollte man solche Löcher jetzt schließen. Ist der Insektenstaat erst einmal gegründet, kann die Entfernung des Nestes nicht nur teuer, sondern auch ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz sein. Jetzt kann die Königin leicht noch einen passenderen Standort finden.  

Zahlreich treten aktuell auch die Sandbienen in Erscheinung. An Sandflächen oder lückigen Rasenstandorten sieht man viele Tiere bei der Arbeit an Brutröhren. Dort werden nur die Eier abgelegt, keine Staaten errichtet. Im Rest des Jahres wird man diese Tiere nur noch einzeln und ganz zufällig an Blüten antreffen.  

Wer eine reiche Ernte an Obst und Gemüse wünscht, kann die bestäubenden Insekten unterstützen, in dem ein reichhaltiges Angebot von blühenden Futterpflanzen die ganze Saison über zur Verfügung steht. Beliebt sind zum Beispiel Boretsch, Königskerze, Wegwarte, Phlox, Salbei, Hornklee, Huflattich und viele heimische Gehölze.  

Wer mehr über die Biologie dieser Tiere und das Zusammenleben mit ihnen wissen will, kann bei der Fachgruppe Umwelt der Stadt Riedstadt entsprechende Faltblätter erhalten. Ansprechpartnerin dafür ist die städtische Umweltberaterin Barbara Stowasser, Telefon 06158 181-321, E-Mail: b.stowasser(at)riedstadt.de.

Das Foto stammt von Udo Heldberg.