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Hoher Bedarf an Nachwuchs

Angeregte Diskussion beim Riedstädter Unternehmerfrühstück zur Frage nach Gewinnung von Fachkräften

Bürgermeister Marcus Kretschmann und Gewerbevereinsvorsitzender Andrew Bojarski (rechts) bei der Begrüßung zum Unternehmerfrühstück.
Schulleiter Martin Buhl berichtete über die vielfältigen Angebote zur Berufsorientierung an der MNS.
Geschäftsführer Andreas Falk stellte die FK Logistik, Spezialtransporte & Betriebsumzüge GmbH vor.

Frühstücken zwischen Hochregalen mit diversen Maschinenbauteilen, Lagerutensilien – und einem Steinsarkophag. Die Büchnerstadt Riedstadt und die Gewerbevereine hatten zum zweiten Riedstädter Unternehmerfrühstück geladen. Gastgeber war dieses Mal die FK Logistik Spezialtransporte & Betriebsumzüge GmbH im Wolfskehler Gewerbegebiet und das reichhaltige Frühstücksbüffet war in der großen Lagerhalle des Unternehmens aufgebaut worden.  

So gab es gleich einen anschaulichen Einblick in die Arbeit der Firma, die insbesondere Spezialtransporte und Betriebsumzüge anbietet, darunter auch Schwergut-Kunsttransporte, aber auch Lagerflächen für sensibles Gut wie empfindliche Technik oder Steindenkmale, wie Andreas Falk, einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens, erläuterte. So erklärt sich auch, warum hier auch der Sarkophag eines Feldherrn von der Saalburg lagert.  

Die Firma mit 15 Mitarbeitenden habe einen Altersdurchschnitt von 45 Jahren, was fehle sei der Nachwuchs, erklärte Falk. „Die Jugend ist für solche Arbeit nicht mehr so zu gewinnen. Eltern müssten ihren Kindern wieder was zumuten und sie das Handwerk schätzen lernen lassen“, fasste der Geschäftsführer seinen Eindruck zusammen.  

Damit war er mitten im Thema, den das Stichwort Fachkräftebedarf und die Frage, wie Nachwuchskräfte für Unternehmen gewonnen werden können, waren zentraler Gegenstand des Gedankenaustausches, wie Bürgermeister Marcus Kretschmann und der Vorsitzende des Gewerbevereins Riedstadt, Andrew Bojarski, eingangs erklärten.  

„Wir sind auf die Entwicklung des Gewerbeparks als Stadt sehr stolz. Was sich hier angesiedelt hat, kann sich sehen lassen“, betonte Bürgermeister Kretschmann. Im dritten Bauabschnitt wolle sich der Fahrradhersteller Riese & Müller ansiedeln und benötige dafür in absehbarer Zeit über 200 Zweiradmechaniker. Alleine dieses Beispiel zeige, wie hoch der Bedarf an Nachwuchskräften sei, so der Bürgermeister.  

„Ich möchte eine Lanze für die Jugend brechen – wir haben ganz viele Schülerinnen und Schüler, die arbeiten wollen, die aber nicht wissen, was zu ihnen passt“, entgegnete der Schulleiter der Martin-Niemöller-Schule (MNS), Martin Buhl, auf die Einschätzung von Falk. Die Gesamtschule helfe mit vielfältigen Angeboten zur Berufsorientierung den Schülern, aus der Flut der Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten das für die Jugendliche Passende zu finden.  

So gebe es neben den üblichen Praktika unter anderem in der achten und neunten Stufe Berufsorientierungsunterricht sowie vielfältige Kooperationen mit Firmen aus der Umgebung. Sehr bewährt habe sich die „JOB-ten“, die Berufswahlmesse an der MNS, die einmal im Halbjahr stattfindet und bei der sich zehn verschiedene Ausbildungsbetriebe in der Schule interessierten Schülern vorstellen.  

„Alle Schüler der achten und neunten Klasse müssen mindestens einmal daran teilnehmen. Viele nutzen das aber und sind viel häufiger dabei“, berichtet Buhl. Zudem ermögliche die Schule bei Bedarf auch eine Unterrichtsbefreiung für ein vertiefendes Berufspraktikum. „Wir möchten die Breite der Ausbildungsberufe zeigen und das es mehr gibt als Mechatroniker und Arzthelfer“, so der Schulleiter.  

Schnell entspann sich eine angeregte Diskussion, was Unternehmen noch machen können, um Jugendlichen die Vorteile eines Ausbildungsberufs und die Vielfältigkeit des Handwerks aufzuzeigen. Auf großes Interesse stieß dabei die Idee des Bürgermeisters, auf dem Gelände der MNS eine Art Gewerbemesse zu veranstalten.    

„Wir müssen im Austausch bleiben“, resümierte Kretschmann. Auch die Stadt könne Leute zusammenbringen und habe dies sehr erfolgreich im Gewerbegebiet gezeigt, wo auf diesem Weg die eine oder andere Lücke geschlossen werden konnte.