Große Akzeptanz

Nach einem Jahr ziehen Schutzmann und Schutzfrau vor Ort positive Bilanz

Günther Frey und Katja Vagi-Mager sorgen seit gut einem Jahr für Polizeipräsenz in Riedstadt
Günther Frey und Katja Vagi-Mager sorgen seit gut einem Jahr für Polizeipräsenz in Riedstadt
Günther Frey und Katja Vagi-Mager bei der Amtseinführung als Schutzmann bzw. Schutzfrau vor Ort zusammen mit Bürgermeister Marcus Kretschmann
Günther Frey und Katja Vagi-Mager bei der Amtseinführung als Schutzmann bzw. Schutzfrau vor Ort zusammen mit Bürgermeister Marcus Kretschmann

Seit einem guten Jahr versehen die Polizeibeamten Katja Vagi-Mager und Günther Frey als Schutzfrau und Schutzmann vor Ort in Riedstadt ihren Dienst. Ein guter Zeitrahmen, um eine erste Bilanz zu ziehen. Weshalb sie mit ihrem Chef, dem Leiter der Polizeistation Groß Gerau Fritz Ruhland, in die jüngste Sitzung des Magistrats gekommen waren.  

„Wir beide stehen voll hinter der Sache und kommen gerne her“, betonte Frey. Die Akzeptanz in der Bevölkerung sei sehr hoch. „Wir bekommen oft zu hören, dass die Menschen dankbar sind, nicht nach Groß-Gerau zu müssen.“ Ruhland hob die „vom ersten Tag sehr konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt“ hervor. Er unterstrich aber auch: „Die Tätigkeit in Riedstadt ist nur ein Teilbereich der Arbeit der beiden. Sonst werden sie auf der Polizeistation Groß-Gerau eingesetzt.“ Frey wies auf eine Grundproblematik in der Wahrnehmung ihrer Arbeit in der Bevölkerung hin: „Wir sind keine Polizeistation Riedstadt. Wir müssen den Leuten klar vor Augen halten, dass es Bürozeiten gibt und das Büro nicht rund um die Uhr besetzt sein kann.“  

In dringenden Fällen sollen sich Hilfesuchende daher auch an die Polizeistation Groß-Gerau wenden oder den Notruf 110 wählen – so, wie es auch ausdrücklich auf dem Schild des Büros stehe, wie Vagi-Mager erklärte. Dort ist neben den Öffnungszeiten, zu denen das Büro in der Regel besetzt ist (Dienstag 9:00 bis 12:00 Uhr und Donnerstag 14:00 bis 18:00 Uhr) auch vermerkt, dass der Polizeiposten nicht regelmäßig und stetig besetzt werden kann und um Terminabsprachen unter der Mobilnummer 0172 6571595 oder über E-Mail (PST.GROSS-GERAU. ppsh(at)polizei.hessen.de) gebeten wird. Denn die beiden Schutzleute vor Ort versuchen sich zudem im Spagat zwischen Anwesenheit während der Bürozeiten und Präsenz im Ort. „Wir versuchen schon, während der Bürozeiten dort präsent zu sein, damit die Leute nicht enttäuscht sind, die spontan vorbeikommen“, sagt Vagi-Mager.  

Die beiden Schutzleute hatten auch eine Statistik der ersten neun Monate von April bis Ende Dezember 2018 mitgebracht. Demnach war das Büro von 73 möglichen Tagen an 68 besetzt und wurden 262 Beamtenstunden geleistet. Ein guter Wert, betonte Frey, bedenke man, dass es auch vorgekommen sei, dass die beiden auf der Anfahrt nach Riedstadt wegen dringender Einsätze umdirigiert worden seien. Die erste Aufnahme für die Schutzleute war eine Sachbeschädigung an der Trauerhalle Crumstadt, die jüngste ein Fall illegaler Müllablagerung.  

Insgesamt sind in dieser Zeit 23 Strafanzeigen für den Bereich der Polizeistation Groß-Gerau und vier für die Station Gernsheim aufgenommen worden – der Stadtteil Crumstadt gehört zur Polizeistation Gernsheim, doch bei Bedarf helfen die Schutzleute unkompliziert auch hier.  

Etwa 70 Mal waren die Polizeibeamten wegen Verkehrsdelikten unterwegs, dazu gehörte auch die Ermittlung von Fahrern. Bei drei Fahrradcodierungen wurden insgesamt 150 Fahrräder codiert. Eng ist die Zusammenarbeit mit der Grundschule Goddelau und soll auch mit den anderen Riedstädter Grundschulen ausgebaut werden. „Ich finde die Zahlen beeindruckend. Das sind alles Menschen, die sich nicht auf den Weg nach Groß-Gerau machen mussten“, bilanzierte Bürgermeister Marcus Kretschmann.

Das obere Foto wurde uns vom Polizeipräsidium Darmstadt zur Verfügung gestellt.