Gier und Geiz als deftige Komödie

BüchnerBühne Riedstadt zeigt am 15./16. Juni nach langer Pause wieder Molières „Der Geizige“

Der geizige Harpagon (Christian Suhr) mit  „Gelegenheitsmacherin“ Frosine (Mélanie Linzer)
Der geizige Harpagon (Christian Suhr) mit „Gelegenheitsmacherin“ Frosine (Mélanie Linzer)

Der Komödienklassiker „Der Geizige“ von Molière ist nach einer recht langen Pause jetzt wieder auf dem Spielplan der Riedstädter BüchnerBühne in Leeheim, Kirchstraße 16. Die Wiederaufnahme des Stücks wird am Freitag, 15. Juni um 19:30 Uhr Premiere feiern. Eine weitere Vorstellung findet am Samstag, 16. Juni ebenfalls um 19:30 Uhr statt. Das Theatercafé öffnet bereits eine Stunde vor den Aufführungen für die Gäste. Theaterkarten sind wie üblich im Vorverkauf oder an der Abendkasse erhältlich.  

„Der Geizige“ erzählt mit beißendem Witz von den unerfreulichen Folgen der krankhaften Besitzgier und ihrer Überwindung durch zwei junge Liebespaare. Der Text aus dem 17. Jahrhundert glänzt in der Inszenierung der Büchnerbühne mit vielen Bezügen zur heutigen Zeit. Der Geiz scheint als Charaktereigenschaft heute ein besonderes Phänomen in der modernen westlichen Gesellschaft zu sein. Im katholischen Christentum hingegen gehörte die Avaritia, der Geiz, die Habsucht, noch als zweite zu den sieben Hauptlastern, die als die Wurzeln der Todsünden betrachtet wurden. Molière führt uns jenseits aller Religion vor, dass Geiz eben nicht „geil“ ist, sondern in seiner krankhaften Zuspitzung des menschlichen Besitztriebes zutiefst lebensfeindliche Züge trägt. Seine brillante Charakterisierung der Titelfigur hat es im 19. Jahrhundert sogar in Meyers Konversationslexikon zum Thema Geiz gebracht.  

Familienoberhaupt Harpagon (Christian Suhr) liebt allein und ausschließlich sein Geld, das er im Garten vergraben hat. Sein einziges Bestreben ist das Bewahren und Mehren seines Vermögens. Seine Kinder Elise und Cléanthe hingegen sind auf Amors Spuren unterwegs und folgen ihren Sehnsüchten mehr im zwischenmenschlichen Bereich. Zum guten Ende schließlich findet – wie bei den Molière-Theaterklassikern üblich – „jedes Töpfchen sein Deckelchen“ und drei Ehen sind gestiftet. Selbst Harpagon umarmt seine wieder gefundene größte Liebe – die Geldkassette - und scheint endlich glücklich.  

Das Darmstädter Echo schrieb in seiner Kritik zur Premiere: „Während die Psycho-Studie von Geiz und Gier von immer aberwitzigeren Zufällen überwuchert wird, entfacht dieses Ensemble eine lustvolle Spielwut, die in einer gnadenlos übertriebene Parodie mündet.“  

Theaterkarten sind im Vorverkauf über den Online-Ticketshop der Homepage (www.buechnerbuehne.de), bei allen bekannten Vorverkaufsstellen über Reservix oder direkt im Theaterbüro (dienstags und freitags von 10:00 bis 13:00 Uhr) erhältlich. Zusätzlich sind in der Region die Buchhandlungen Bornhofen in Gernsheim und Faktotum in Wolfskehlen, die Infothek des Landratsames in Groß-Gerau sowie „Florales & Handgemachtes“ in Goddelau, Weidstraße 5 F örtliche Vorverkaufsstellen.