Familiengräber im Baumhain

Magistrat möchte Baumgrabstätten auf dem Friedhof Leeheim um neue Bestattungsform erweitern

Zwischen diese beiden Bäume soll die Sandstein-Stele für die Familien-Urnengräber errichtet werden
Zwischen diese beiden Bäume soll die Sandstein-Stele für die Familien-Urnengräber errichtet werden

Auf Initiative engagierter Bürgerinnen und Bürger entstand im Jahr 2013 auf einer Fläche im Nordosten des Friedhofs Leeheim ein Baumhain. Dort können seitdem in jeweils acht Grabstätten um einen Baum Urnen beigesetzt werden. Die Namenstafeln der Verstorbenen werden an einem zentralen Gedenkstein im Baumhain angebracht.  

Diese Bestattungsform wird mittlerweile so gut angenommen, dass der Platz auf der Vorderseite des Gedenksteins in absehbarer Zeit vollständig belegt sein wird. Weshalb der Magistrat eine Erweiterung der Beschriftungsmöglichkeiten beschlossen hat: Da auf der unebenen Seite der Stele keine große Platte wie auf der Vorderseite angebracht werden kann, soll hier ein geschwungener, stilisierter Ast entstehen, der Namensschilder in Form von Baumblättern aus Bronze trägt.  

Vor allem aber hat der Magistrat auf Anfrage aus der Bürgerschaft einstimmig eine Erweiterung der Bestattungsform im Baumhain beschlossen. Wenn die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 24. Oktober zustimmen, soll es zukünftig auch möglich sein, eine Familiengrabstätte mit vier Urnenstellen unter Bäumen auszuwählen. Diese Wahlgrabstätten sollen an der östlichen und nördlichen Friedhofsmauer in unmittelbarer Nähe zum bereits vorhandenen Baumhainfeld entstehen.  

Zunächst ist ein erster Abschnitt mit acht Baumgrabstätten für jeweils vier Urnen geplant. Hier soll zwischen den Bäumen auf der östlichen Seite eine Sandstein-Stele aufgestellt werden. Die Stehle wird mit einem geschwungenen stilisierten Ast versehen, an dem Bronzeblätter als Namensschilder für die Verstorbenen befestigt werden können – ähnlich, wie es auf der Rückseite des Gedenksteins im schon bestehenden Baumhain geplant ist.  

Rechts und links der Stehle werden Rohre in die Erde eingelassen, die jeweils vier Urnen einer Wahlgrabstätte fassen können. Am Fundament der Stele soll ein Halbkreis angelegt werden, damit Kerzen und Grabschmuck abgelegt werden können. Dieses Feld für Baumgrabstätten ist jederzeit erweiterbar.    

Baumgrabstätten sind eine Besonderheit des Friedhofs Leeheim, stehen aber grundsätzlich allen Riedstädter Hinterbliebenen zur Verfügung. Doch darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Bestattungsformen, die auf allen fünf Riedstädter Friedhöfen anzutreffen sind.  

So ist eine Erdbestattung im Reihen- oder im Familiengrab (Wahlgrabstätte) möglich. Reihengrabstätten werden der Reihe nach belegt und für die Dauer der Ruhefrist des zu Bestattenden zugeteilt. In Riedstadt beträgt die Ruhefrist grundsätzlich 25 Jahre, gesetzlich vorgeschrieben ist in Hessen nur eine Mindestruhezeit von 15 Jahren. Für Verstorbene bis fünf Jahre gilt in Riedstadt eine Mindestruhezeit von 15 Jahren, sie kann auf Antrag auf 25 Jahre verlängert werden.  

Ein Wiedererwerb oder eine Verlängerung des Nutzungsrechts von 25 Jahren ist im Reihengrab nicht möglich. Anders als in der Wahlgrabstätte (Familiengrab). Dort ist ein Wiedererwerb oder eine Verlängerung möglich, zudem können in einer mehrstelligen Wahlgrabstätte auch verstorbene Angehörige beerdigt werden. Bei beiden Formen der Erdbestattung sind auch Urnen zulässig – bei Wahlgrabstätten bis zu vier, bei Reihengräbern bis zu zwei – allerdings ist eine Urnenbestattung im Reihengrab nur in den ersten zehn Jahren möglich, die Nutzungsfrist verlängert sich dadurch nicht.  

Darüber hinaus können Aschen in Urnenreihengräbern, Urnenwiesengräbern, Urnenwänden und anonym bestattet werden. In einem Urnengrab können bis zu vier Urnen beigesetzt werden. Bei einem Wiesengrab wird eine Namensplatte in der Wiese eingelassen, eine Bepflanzung oder Grabschmuck sind nicht möglich. Die Kammern in den Urnenwänden werden für 25 Jahre zur Verfügung gestellt, können bis zu zwei Urnen aufnehmen und haben ein extra Fach für Blumenschmuck.  

„Anonyme Grabstätten werden nur noch genehmigt, wenn diese Bestattungsform zu Lebzeiten schriftlich beantragt wurde“, erklärt Carmen Funck von der Stadtverwaltung zu dieser Bestattungsform. Auf der Homepage der Stadt finden sich unter „Leben in Riedstadt“ und dem Unterpunkt „Friedhöfe und Trauerhallen“ die Anschriften und Standorte der fünf städtischen Friedhöfe. Hier ist auch ein Link zu den beiden maßgebenden Satzungen, der Friedhofsgebührenordnung und der Friedhofsordnung. Weitere Informationen gibt auch gerne die Mitarbeiterin der Friedhofsverwaltung, Carmen Funck unter der Nummer 06158  181-313.