Ein Hoch auf Leeheim

Erster Preis des Studierendenwettbewerbs für Neugestaltung des Kaiser-Konrad-Platzes sieht begrünten Holzturm vor

Den ersten Preis des Studierendenwettbewerbs erhielten Asli Yildirim (2. v.l.)  und Katja Hoffmann vom Team „Ein Hoch auf Leeheim.“ Matthias Harnisch von der Fachgruppe Umwelt und Stadtverordnetenvorsteher Niels Quante (rechts) gratulieren.
Den ersten Preis des Studierendenwettbewerbs erhielten Asli Yildirim (2. v.l.) und Katja Hoffmann vom Team „Ein Hoch auf Leeheim.“ Matthias Harnisch von der Fachgruppe Umwelt und Stadtverordnetenvorsteher Niels Quante (rechts) gratulieren.
Die Gruppe „Bauingenieure“ erhielten den 2. Platz und den Sonderpreis für besondere Umsetzbarkeit. Taner Kücüköner, Kevin Schade, Tanya Dimitrova, Moricette Sherif und Kevin Maurer umrahmen Matthias Harnisch und Niels Quante (von links nach rechts)
Die Gruppe „Bauingenieure“ erhielten den 2. Platz und den Sonderpreis für besondere Umsetzbarkeit. Taner Kücüköner, Kevin Schade, Tanya Dimitrova, Moricette Sherif und Kevin Maurer umrahmen Matthias Harnisch und Niels Quante (von links nach rechts)
Der dritte Platz ging an Julia Heinz, Lucas Buss und Benjamin Knopf vom Team „Follow the line.“
Der dritte Platz ging an Julia Heinz, Lucas Buss und Benjamin Knopf vom Team „Follow the line.“

Ein Platz mitten im Wohngebiet als Treffpunkt der Bürger, zum gemütlichen Plausch unter Nachbarn und Spielmöglichkeit für die Kinder – so war der Kaiser-Konrad-Platz in Riedstadt-Leeheim in den 1990er Jahren konzipiert und gebaut worden. Doch mehr als 20 Jahre später ist davon nicht mehr viel zu spüren: ein Teil wird als Parkplatz genutzt, der aus Grundwasser gespeiste Brunnen musste wegen verschärfter Frischwasserbestimmungen abgeschaltet werden und die Grünflächen sind – wie auch in der Salierstraße – in einem schlechten Zustand. Weshalb die Stadt Riedstadt für Studierende aus den Fachbereichen Architektur und Bau- und Umweltingenieurwissenschaften der Hochschule Darmstadt einen Wettbewerb ausgeschrieben hatte.  

Die Jury sei sehr angetan gewesen von den vielfältigen Lösungsvorschlägen, erklärte Stadtverordnetenvorsteher Niels Quante, der in Vertretung des verreisten Bürgermeisters die Preisverleihung im Rathaus übernommen hatte. Die eingereichten Beiträge hätten in der Punktzahl nahe beieinander gelegen, so Quante. „Das spricht für ihre Qualität.“  

Matthias Harnisch von der städtischen Fachgruppe Umwelt erläuterte, was die Rahmenbedingungen des Wettbewerbs gewesen waren: In einem interdisziplinären Ansatz sollte der Platz gestalterisch aufgewertet werden und dabei Grünflächen und Stellplätze neu geordnet und Klimaschutzmaßnahmen wie Rückhaltung von Niederschlagwasser berücksichtigt werden. So seien etwa die Grünflächen bisher viel zu aufwendig zu pflegen, ohne dass dafür ein ansprechendes Bild entstehen würde. „Wir waren erstaunt über die Vielfalt der Ideen und die gestalterische Qualität“, betonte Harnisch. Vermutlich würde kein Plan eins zu eins umgesetzt, doch verfüge die Stadt jetzt über einen Pool an Ideen, die auch umgesetzt würden, wenn es wie erhofft Fördermittel für die Umgestaltung des Platzes gebe.  

Den ersten Preis und 5000 Euro gewann das Team „Ein Hoch auf Leeheim“, bestehend aus der Architekturstudentin Katja Hoffmann und Asli Yildirim, Studentin der Innenarchitektur. „Ein klarer, prägnanter Entwurf mit einer überraschenden vertikalen Idee“, heißt es in der Begründung der Jury. Er sieht als zentrales Element einen 18 Meter hohen Turm als leichte Holzkonstruktion vor, der begrünt werden soll und oben eine Aussichtsplattform hat. Unter dem Turm befindet sich eine Zisterne für das Niederschlagwasser, eine Pumpe kann das Wasser nach oben in den Turm leiten. „Einmal im Monat könnte es als Attraktion Wasserspiele vom Turm herab geben, die zudem die Begrünung wässern“, erläuterte Yildirim.  

Den zweiten Patz, dotiert mit 2500 Euro, erhielt die „Gruppe Bauingenieure“ mit Tanja Dimitrova, Taner Kücüköner, Kevin Maurer, Kevin Schade und Moricette Sherif. Harnisch lobte insbesondere den technisch ausgereiften Entwurf mit einer sehr praxisorientierten Lösung – weshalb die Gruppe auch noch einen Sonderpreis in Höhe von 1000 Euro für die besondere Umsetzbarkeit erhielt. Sie hatte unter anderem einen Ablauf des Niederschlagwassers in ein neu geschaffenes Feuchtbiotop und hängende Gärten vorgesehen. Der dritte Platz ging an „Follow the line“, den Architekturstudenten Lucas Buss, Julia Heinz und Benjamin Knopf. „Ein gestalterisch gelungener Entwurf“, so Quante, der mit geschwungenen Linien arbeitet.  

Die Jury bestand neben Harnisch, Quante und Bürgermeister Marcus Kretschmann noch aus Stadtwerkeleiterin Saskia Kirsch, dem Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Umweltplanung, Hans Domes und Markus Henneke von der Fachgruppe Bauen sowie Vera Bock, langjähriger Vorsitzende des Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschusses der Stadtverordnetenversammlung.