Altgrasstreifen dienen dem Tierschutz

Altgrasstreifen als Rückzugsort für ein Feldwespennest
Altgrasstreifen als Rückzugsort für ein Feldwespennest
Rehkitz vor dem Mäher geschützt
Rehkitz vor dem Mäher geschützt

Die Fachgruppe Umwelt im Riedstädter Rathaus wird mitunter auf Wiesen innerhalb der Gemarkung angesprochen, die seit einigen Jahren nicht mehr „sauber“ gemäht würden und bei denen häufig nicht gemähte Streifen stehenbleiben. Das Umweltamt weist in diesem Zusammenhang auf die sogenannten Altgrasstreifen hin, die für den Tierschutz besonders wichtig sind.  

Diese Altgrasstreifen sind nicht vom Landwirt vergessen oder übersehen worden, sondern werden absichtlich stehen gelassen. Sie dienen als Rückzugsräume für Tiere, die auf den Wiesen und an den Pflanzen in den Wiesen leben.  

Mit den heutigen technischen Möglichkeiten können selbst große Wiesen sehr effektiv und schnell gemäht werden. Dies führt dazu, dass innerhalb kürzester Zeit aus einer eben noch blühenden Wiese ein knapp über dem Boden abgemähter Rasen wird. Da in, an und von den Pflanzen aber viele Tiere leben – Insekten, Käfer, Spinnen, Heuschrecken, Schmetterlinge und viele andere – oder auch Schutz finden, wie zum Beispiel Feldmäuse, Feldhasen oder verschiedene Vogelarten, fällt für diese Tiere innerhalb nur weniger Stunden der gesamte Lebensraum, ihre Nahrungsquelle oder ihr Schutzraum weg.  

Die Altgrasstreifen, die in der Regel auf fünf bis zehn Prozent der Wiesenschläge stehen bleiben, bieten diesen Tieren die Möglichkeit, die Wiesenmahd zu überstehen. Wenn dann die gemähten Wiesenbereiche nach der Mahd wieder nachwachsen, können sich die Tiere vom Altgrasstreifen aus wieder in die Nachbarflächen ausbreiten.  

Das Land Hessen fördert diese naturverträgliche Nutzungsweise, die ja gleichzeitig einen Ernteverlust für die Landwirte bedeutet, da diese weniger Heu von den Wiesen gewinnen können, im Rahmen des hessischen Programms für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM) auch finanziell.  

Für weitere Fragen zum Thema steht bei der Fachgruppe Umwelt Matthias Harnisch (Telefon 06158 181-322, E-Mail: m.harnisch(at)riedstadt.de) gerne zur Verfügung.