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Das verlorene Jahr

Veranstaltung der BüchnerBühne am 30. Jahrestag des Mauerfalls, einen Tag später Kabarettprogramm „Mit Stengelszungen“

Veranstaltungsplakat
Veranstaltungsplakat

„Das verlorene Jahr“ heißt eine Veranstaltung der BüchnerBühne Riedstadt am Samstag, 9. November um 19:30 Uhr zum 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 1989.  

Mit filmischen, musikalischen und literarischen Zeitdokumenten erinnert das Theater in der Kirchstraße 16 in Riedstadt-Leeheim an die elf Monate zwischen dem 9. November 1989 und dem 3. Oktober 1990. Elf Monate, in denen Dinge diskutiert wurden, die es weder in den Einigungsvertrag noch ins kollektive Bewusstsein der Deutschen geschafft haben. Sei es die Frage nach Gestalt und Text einer neuen Nationalhymne, der Inhalt einer neuen gemeinsamen Verfassung oder welchen internationalen Bündnissen sich das geeinte Deutschland anschließen sollte.  

Das Ensemble der BüchnerBühne lädt seine Gäste dazu ein, gemeinsam unterhaltsame oder nachdenkenswerte Erlebnisse auszutauschen als kleinen Beitrag, damit diese Zeit großer Hoffnungen und Enttäuschungen, in der viele Ursachen heutiger innerdeutscher Zerwürfnisse liegen, nicht in Vergessenheit gerät.  

Einen Tag später widmet sich die BüchnerBühne am Sonntag, 10. November, um 11:00 Uhr den in Westdeutschland bis heute kaum bekannten und in der DDR sehr populären Kabarettisten, Journalisten, Dichter und Satiriker Hansgeorg Stengel. Das Theatercafé öffnet bereits eine Stunde vorher mit einem Frühstücksangebot.  

Stengel spürte den großen und kleinen Ärgernissen, Schiefheiten, und Lächerlichkeiten des Lebens nach. Er hasste Aufgeblasenheit, Hohlheit und Falschmünzerei und bekämpfte sie mit sprachlicher Genauigkeit. Hansgeorg Stengel war nicht nur ein begabter Journalist und Schriftsteller, sondern auch  Kinderbuchautor und Kabarettist. Hansgeorg Stengel, Sohn eines thüringischen Lehrers und Verehrer Erich Kästners, veröffentlichte schon als 14-Jähriger erste Gedichte in Lokalzeitungen. Nach Kriegsdienst und -gefangenschaft studierte er Germanistik und später Journalistik.  

Anfang der 1950er Jahre zog er nach Ost-Berlin. Er arbeitete zunächst als Redakteur bei der Satirezeitschrift „Frischer Wind“, die später als „Eulenspiegel“ erschien. Bis 1959 war er dort als „Redakteur für Sprache und Stil“ angestellt, danach arbeitete er als freier Autor.  

Nachdem er in den 1950er Jahren Kabaretttexte für die „Distel“ in Ost-Berlin verfasst hatte, startete Stengel 1971 seine Karriere als Solokabarettist. Trotz seiner großen Popularität hatte er im Fernsehen der DDR keine Chance, da er darauf bestand, an seinen Manuskripten keine politisch motivierten Veränderungen vornehmen zu müssen.  

Eintrittskarten für beide Veranstaltungen sind zum Preis von je sieben Euro über den Online-Ticketshop der Homepage (www.buechnerbuehne.de) oder direkt im Theater (dienstags und freitags von 10:00 bis 13:00 Uhr) erhältlich. Die Buchhandlungen Bornhofen in Gernsheim und Faktotum in Wolfskehlen, die Infothek des Landratsamtes in Groß-Gerau sowie „Florales & Handgemachtes“ in Goddelau, Weidstraße 5 F, sind weiterhin örtliche Vorverkaufsstellen des Veranstalters. An der Abendkasse kosten die Karten zwei Euro mehr.