Büchners „Dantons Tod“ als Premiere

BüchnerBühne Riedstadt komplettiert ihr Repertoire – Premiere am 20. Oktober, weitere Aufführungen am 21., 27. und 28. Oktober in Leeheim

Probearbeiten zu „Dantons Tod“
Probearbeiten zu „Dantons Tod“

Die BüchnerBühne komplettiert ihr Repertoire und schließt eine Lücke bei der Interpretation der Theaterwerke ihres Namensgebers Georg Büchner. Die Inszenierung des Dramas „Dantons Tod“ wird am Freitag, 20. Oktober um 19:30 Uhr seine Premiere im Theater in Riedstadt-Leeheim, Kirchstraße 16, feiern. Weitere Aufführungen folgen am Samstag, 21. Oktober sowie am Freitag (27.) und Samstag (28.). jeweils um 19:30 Uhr. Theaterkarten sind wie üblich im Vorverkauf oder an der Abendkasse erhältlich.  

Georg Büchners Geschichtsdrama „Dantons Tod“ zeichnet einen zweiwöchigen Ausschnitt aus der entfremdeten Spätphase der Französischen Revolution vom 24. März bis 5. April 1794 nach. Die politischen Ziele der Französischen Revolution sind zu Beginn der Spielhandlung (24. März 1794) bereits erreicht. Im Mittelpunkt steht nun die Verwirklichung der „sozialen Revolution“, d.h. der gerechten Güterverteilung und allgemeinen Verbesserung der katastrophalen Lebensumstände der Massen.  

An dieser Stelle zeigt sich aus Sicht der BüchnerBühne eine Analogie zu den europäischen Krisen unserer Zeit. Hier steckt der Kerngedanke der Inszenierung, die auf dem Europa-Projekt „Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit“ aus den Jahren 2013 bis 2016 basiert.   Neben dem im Stück beschriebenen, auch in späteren Folgerevolutionen scheinbar unmöglichen Spagat, die Errungenschaften der Emanzipation zu bewahren und in eine demokratische Ordnung zu integrieren, die dem Wohle Aller verpflichtet ist, interessiert vor allem das Verhältnis von freiheitlichen Ideen zu deren kulturellen Voraussetzungen. Denn aus diesem resultiert die Wahl der politischen Mittel.   Wenn beispielsweise Robespierre vom Terror - hier vom Staat ausgehend - als einzigem Mittel zur Verteidigung der Tugend spricht, erreicht der Text bis heute eine erschreckende Aktualität, die eine direkte Verbindungslinie von der französischen Revolution – der Geburtsstunde des europäischen Freiheitsgedankens – bis hin zum Schrecken beispielsweise des IS deutlich macht …    

Bereits beim Theaterstück „Dreck“ hat die Bühne mit dem syrischen Flüchtling Kaisar al Hussin (ein Lehrer aus Damaskus, der erstmals in einem Theaterspiel mitwirkte) über kulturübergreifende Mechanismen von Unterdrückung, Revolution und Terror diskutiert und viele Analogien in seiner Geschichte gefunden.  

Bei weiteren Diskussionen im vergangenen Jahr während der Veranstaltungsreihe „Flüchtlingsgespräche“ vertiefte sich dieser Eindruck: Der ganze so genannte „Arabische Frühling“ mit seinen fürchterlich gescheiterten Revolutionen sowie die tragischen Entwicklungen im Irak oder Afghanistan ließen sich mit Büchners Danton-Text analysieren und führten zu einem fruchtbaren Austausch. So entstand die Idee, diesen in einem gemeinsamen Theaterprojekt der Öffentlichkeit vorzustellen und dadurch weiter voneinander zu lernen.  

Theaterkarten für sämtliche „Danton“-Aufführungen sind im Vorverkauf über den Online-Ticketshop unter www.buechnerbühne.de und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen über Reservix erhältlich. Zusätzlich sind die Buchhandlungen Bornhofen in Gernsheim und Faktotum in Wolfskehlen, die Infothek des Landratsames in Groß-Gerau sowie „Florales & Handgemachtes“ in Goddelau, Weidstraße 5 F örtliche Vorverkaufsstellen der BüchnerBühne.  

Ein direkter Kartenkauf im Theater ist außerdem immer dienstags und freitags zwischen 10:00 und 13:00 Uhr möglich. An Vorstellungstagen kann auch die Abendkasse zum Einkauf von Vorverkaufskarten genutzt werden – das Theatercafé ist generell eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet. Bei Kinovorstellungen mittwochs öffnet das Café ab 19:00 Uhr. Karten an der Abendkasse kosten generell zwei Euro mehr als im Vorverkauf.