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Büchner, Stille und Freiheit

Vielseitiges Programm des BüchnerLand-Festvials mit BüchnerBühne, Thomas Freitag und Studierenden

„Dantons Tod“ unter den Linden mit Leonard Schärf, Vincent Hoff, Oliver Kai Müller und Aylin Kekec (von links)

Bis zum krönenden Abschluss mit Thomas Freitag am Donnerstag, 15. Juli, ist beim BüchnerLand-Festival im Evangelischen Kirchgarten Leeheim – dem idyllischen „Corona-Exil“ der BüchnerBühne Riedstadt – ein vielseitiges Programm zu erleben.  

Am Freitag, 9. Juli, heißt es um 19:00 Uhr: „Die Stimme, die man Stille heißt.“ Unter diesem Titel gehen Studierende des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaften (ATW) der Justus-Liebig-Universität Gießen der Frage nach, was es bedeutet, heute Büchners Texte zu lesen. Die Studierenden Luka Modu, Julian Wolf, Lisa Birkenbach und Eva Grund laden auf eine audiovisuelle Expedition durch Büchners Texte ein.  

Um 20:15 Uhr am selben Tag geht die auditive Annäherung an Büchner weiter. „Wie klingt Büchner?“ wollen die Studierenden Sophie Löbermann, Kathleen Schulken und Lara-Marie Weine wissen und fragen sich, wie sich Büchners Gedanken stilistisch einfangen lassen, wie die Stimmungen der Werke greifbar gemacht werden können und wie man klangtechnisch mit Werken umgeht, die sich nicht durch Handlungen auszeichnen. Mit einem Hörwerk, das sich aus Geräuschen, Stimm- und Textcollagen zusammensetzt, widmen sie sich den Dramentexten Büchners.  

Am Samstag, 10. Juli, um 15:00 Uhr erkunden Studierende des ATW in einer Live-Performance „Körpergrenzen“, passend zu Georg Büchners Revolutionsdrama „Dantons Tod“.  Denn die Guillotine bringt das Blut zum Vorschein. Das Volk will Gewalt: „Blut statt Wein!“ und „Kämpfe statt Brot!“  Seine rationale Urteilskraft scheint ausgeschaltet, getauscht gegen indoktrinierte Ideologien, es wird zum Opfer von Sprache. In einer Reihe von Experimenten näheren sich die Studierenden dem „Volkskörper“ aus zwei Richtungen: Indem sie den Spuren der Sprache folgen, begegnen sie einem von Schmerzen und Unfreiheit gekennzeichneten Körper. In einem zweiten Schritt gehen sie von aktuellen Erfahrungen mit Strategien der Kontrolle des Körpers aus und fragen zuletzt nach möglichen Wegen, um diesem Körper seine Freiheit wiederzugeben.  

Am Samstag, 10. Juli, 19:00 Uhr und Sonntag, 11. Juli, 15:00 Uhr ist dann „Dantons Tod“ in der hochgelobten Inszenierung der BüchnerBühne zu erleben. Das Darmstädter Echo hatte in Kritik der Premiere am 26. Juni geschrieben: „Christian Suhrs Inszenierung von „Dantons Tod“ nimmt Georg Büchner beim Wort: Sie zeigt mit erstaunlicher Präzision, wie dessen Revolutionsdrama die Rhetorik der Gewalt offenlegt . . . Unter den Lindenbäumen entwickelt Suhrs klug auf zwei Stunden konzentrierte Textfassung dramatische Kraft, getragen von der Präsenz eines ausgeglichen starken Ensembles. Und es braucht gar nicht den ausgestreckten Zeigefinger, um die Zeitlosigkeit dieses Stoffes zu erkennen.“  

Im „Eiscafé Venezia“ wird am Montag, 12. Juli, um 19:00 Uhr „Leonce und Lena“ zum Musical. Wobei Studierende des ATW hier die zwei Frauen Lena und Luci aufeinandertreffen lassen. Getrieben vom Leben beschließen sie, nach Italien abzuhauen. Ihr gemeinsames Vorhaben, in Venedig den einen großen Plan umzusetzen, heizt sie an. . .  

„Büchner und die Freiheit“ heißt es am Mittwoch, 14. Juli, um 19:00 Uhr. Kabarettist Thomas Freitag und Professor Gerald Siegmund vom ATW Gießen erörtern den aktuellen Zustand der Freiheit von Kunst und Gesellschaft am Beispiel Büchners, persönlicher Lebenswege und der Frage, wie politisch Kunst sein sollte, müsste oder darf.  

Zum Abschluss des Festivals ist dann Thomas Freitag am Donnerstag, 15. Juli, um 19:00 Uhr mit seinem in der BüchnerBühne erarbeiteten Programms „Hinter uns die Zukunft“ zu erleben, das im letzten Jahr beim AMTLICH-Festival in Groß-Gerau zwei exklusive Vorpremieren hatte. Grundlage ist Freitags gleichnamige Autobiografie. Doch natürlich wird der Kabarettist nicht einfach aus seinem Buch lesen, sondern die Vielfalt seiner Parodien und satirischen Beobachtungen aus hunderten von Auftritten mit einfließen lassen.   

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Das Gelände öffnet bereits für maximal 100 Personen eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn, um Schlangen am Eingang zu verhindern. Beim Eintritt werden die Kontaktdaten der Besucher erfasst. Bei schlechtem Wetter gibt es die Möglichkeit für bis zu 50 Personen, in die evangelische Kirche umzuziehen. Sie müssen allerdings nachweisen können, dass sie vollständig geimpft, genesen oder aktuell getestet wurden. Die entsprechenden Abstands- und Hygieneregeln müssen eingehalten werden

Das Foto wurde freundlicherweise von haza-foto zur Verfügung gestellt.