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Brüder mit Faible für Kameras und Programmieren

Bürgermeister besucht Möbus Digital Solutions in Wolfskehlen

Chris Möbus erläutert Bürgermeister Marcus Kretschmann das Prototypenmodell eines Inspektionsroboters (von links). Im Vordergrund Mitarbeiter Artur Fast.

„Es ist mir ein besonderes Anliegen, neu angesiedelte Firmen zu besuchen, um zu sehen, was sich so tut in Riedstadt. Gerade, wenn es so innovative Firmen sind“, erklärt Bürgermeister Marcus Kretschmann zu Beginn seines Besuchs der Möbus Digital Solutions im Gewerbepark Ried in Wolfskehlen. Die Brüder Chris und Dennis Möbus haben vor drei Jahren mit den Planungen für ihr Start-up-Unternehmen begonnen, seit einem Jahr sitzt die Firma der beiden Treburer in Riedstadt und besteht mittlerweile aus einem fünfköpfigen Team.  

Angefangen hat alles mit einer ungewöhnlichen Anfrage an Fotograf Dennis Möbus. „Ich wurde gefragt, ob es möglich sei, für eine Inspektion mit meiner Drohne einen Lebensmitteltank zu befliegen“, erzählt er. Denn die regelmäßig notwendigen Inspektionen der Tanks, die einen Durchmesser von rund fünf Metern haben und acht bis zehn Meter hoch sind, sind ausgesprochen aufwendig und teuer. „Entweder muss ein Gerüst im Tank aufgebaut werden, was alleine einen Tag braucht, oder Industriekletterer seilen sich von oben ab“, erläutert Dennis Möbus die Problematik. „Doch aus verschiedensten Gründen war die Idee mit der Drohnenbefliegung schwierig umzusetzen. Aber ich hatte versprochen, mir Gedanken zu machen – und da kam mein Bruder ins Spiel.“  

Bruder Chris ist Wirtschaftsingenieur für Elektro- und Informationstechnik mit einem besonderen Faible für Robotik und Programmieren. Die Brüder Möbus entwickelten einen druckluftgesteuerten Mast, der bis zu 15 Meter hoch gefahren werden kann, mit einer Kamera, die exakte Bilder aus dem Inneren des Tanks auf ein Tablet liefert. „Mit dieser Technik haben wir nicht nur eine bessere Datenqualität, die Kamera sieht auch mehr als das menschliche Auge“, erläutert Christ Möbus. Mit der Programmierung lässt sich genau sagen, wo eine Unregelmäßigkeit ist, sodass zu einem späteren Zeitpunkt die exakt selbe Stelle erneut überprüft werden kann. „So lässt sich auch vorausschauend inspizieren“, erklärt der Wirtschaftsingenieur. Das Prüfverfahren für Industrietanks haben sich die Brüder patentieren lassen, der dritte Prototyp soll Ende des Jahres fertig sein.  

Bei den Testläufen für die Inspektion der Lebensmitteltanks tat sich ein weiteres Betätigungsfeld auf. „Wir stellten fest, dass es bei der Digitalisierung Defizite gab. Es war schon ein enormer Aufwand für die Firma festzustellen, welcher Tank frei war, damit wir testen konnten“, berichtet Chris Möbus.  

So entwickelte sich als zweites Standbein die Digitalisierung. An einem großen Wandbildschirm demonstriert er dem beeindruckten Bürgermeister das für die Firma entwickelte Verfahren: Jeder Tank ist mit einem QR-Code ausgestattet. Auf dem Bildschirm ist die Halle mit allen Tanks zu sehen und mit einem Blick lässt sich der Status jeden Tanks erkennen. Wie zum Beispiel „gefüllt, wird geleert“, „leer, zu reinigen“ oder „leer, sauber“. Die Begeisterung des leidenschaftlichen Programmierers ist ansteckend. „Das ist ein richtig cooles interaktives Projekt“, schwärmt er.  

Die Ideen gehen den Brüdern nicht aus. In einem Pilotprojekt mit Altkleidercontainern haben sie ein intelligentes Container-Managementsystem entwickelt. Statt wie herkömmlich feste Abfahrrouten zu haben, egal wie voll oder leer die Container waren, misst nun ein Sensor den tatsächlichen Füllstand und übermittelt ihn per Mobilfunk an den Betreiber. So werden Fahrten nur dann notwendig, wenn ein Container tatsächlich voll ist. „Das ist tief beeindruckend“, erklärt Bürgermeister Kretschmann am Ende seines Besuchs.