Blutspender als Initiatoren

40 Jahre Verschwisterung mit Brienne-le-Château und seiner Region

Anlaufstelle für viele Riedstädter Delegationen: Das Rathaus von Brienne-le-Château
Anlaufstelle für viele Riedstädter Delegationen: Das Rathaus von Brienne-le-Château

Mit Blutspendern fing alles an: Im Jahr 1975 kam eine Delegation der Blutspendervereinigung von Brienne-le-Château in der Champagne nach Riedstadt und knüpfte erste Kontakte mit der Ortsvereinigung Goddelau-Wolfskehlen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Auf der Suche nach einem deutschen Partner hatten sich die Blutspender zuvor an die nahe gelegene Stadt Troyes gewandt, die wiederum bei ihrer Partnerstadt Darmstadt nachfragten. „Und die kamen auf Riedstadt, weil sowohl Riedstadt als auch Brienne-le-Château eine große Psychiatrie haben“, erzählt Erika Zettel, langjährige Erste Beigeordnete und – nachdem Riedstadt Stadt geworden war - Erste Stadträtin Riedstadts.  

Bereits ein Jahr später fuhren die Riedstädter zum Gegenbesuch in die Champagne. Ab da trafen sich beide Gruppen jährlich, bis im Mai 1979 die Verschwisterung der beiden Kommunen offiziell besiegelt wurde. Bei den jährlichen Treffen ist es bis heute geblieben, nur erweiterte sich der Teilnehmerkreis zügig und stetig. Landwirte, Feuerwehrleute, Sportler und Musikgruppen besuchten sich gegenseitig. Mit der Martin-Niemöller-Schule gibt es einen regen Schüleraustausch. Schon legendär sind die Turniere der Fußballjugend, die von Anfang an veranstaltet werden  – so mancher, der in seiner Jugend für Riedstadt gekickt hat, ist mittlerweile als Trainer mit von der Partie.  

Patrick Fiederer, seit zweieinhalb Jahren Vorsitzender der Arbeitsgruppe Brienne-le-Château und seiner Region im Verschwisterungs-Arbeitskreis, ist „total begeistert“ über die dortige Gastfreundschaft. „Wir haben immer wieder neue Leute und wer einmal mitgefahren ist, bleibt dabei und will immer wieder mit“, erklärt er. Neben den offiziellen Besuchen gibt es auch immer wieder Stippvisiten über die Grenze, etwa zum Sauerkrautfest in Brienne-le-Château, sind doch im Laufe der Zeit tiefe Freundschaften entstanden.  

Zu dem Festwochenende vom 24. bis 26. Mai, an dem neben 25 Jahre Verschwisterung mit Tauragé und Sortino auch die mit 40 Jahren längste Partnerschaft mit Brienne-le-Château gefeiert wird, erwartet die Arbeitsgruppe eine Delegation von 26 Leuten aus der französischen Partnerstadt. „Sie werden schon am Donnerstag ankommen. So haben wir noch ein wenig Zeit, mit ihnen am Freitagvormittag eine Führung durch die neu aufgebaute Altstadt von Frankfurt zu machen und in einem Apfelweinlokal zu Mittag zu essen, bevor dann am späten Nachmittag das Festwochenende in Riedstadt beginnt“, erzählt Fiederer.  

„Neue Gesichter sind immer herzlich willkommen“, wirbt er für eine Beteiligung an der Arbeitsgruppe. Die trifft sich stets eine Woche vor der Sitzung des Arbeitskreises Verschwisterung im Alten Rathaus Leeheim. In dem Arbeitskreis sind die Arbeitsgruppen sowie der gemeinnützige Verein „Freunde von Tauragé“ zu den drei Städtepartnerschaften Riedstadts zusammengefasst, er kommt etwa drei Mal im Jahr zusammen. Kontakt zur Arbeitsgruppe kann über das Kulturbüro der Stadt Riedstadt aufgenommen werden. Ansprechpartner sind Anja Stark und Marco Hardy, Telefon 06158 93084-1/-2.

Das Archivfoto aus Brienne wurde uns freundlicherweise von Harald Benz zur Verfügung gestellt.