Biber gesichtet!

Naturfotograf gelingt ungewöhnliches Foto des seltenen Nagers

Der Biber nagt im Uferbereich des Altrheins am Kühkopf  an einem Weidensprössling
Der Biber nagt im Uferbereich des Altrheins am Kühkopf an einem Weidensprössling
Der flache Schwanz unterscheidet den Biber von den häufiger vorkommenden Nutrias
Der flache Schwanz unterscheidet den Biber von den häufiger vorkommenden Nutrias

Genüsslich knabbert er an einem Weidenschössling, deutlich ist im flachen Wasser der abgeplattete Schwanz zu erkennen, der das possierliche Tier eindeutig als Biber ausweist. Mit diesem Foto ist Detlef Warren, Mitarbeiter des städtischen Bauhofs und begeisterter Naturfotograf, in seiner Freizeit ein ungewöhnlicher fotografischer Fang gelungen. Denn der Europäische Biber ist durch Bejagung seit dem Mittelalter nahezu ausgerottet worden. Grund: sein dichtes Fell, das auch auf dem Foto gut zu erkennen ist und sein essbares Fleisch. Zudem ist das dämmerungs- und nachtaktive Tier ausgesprochen selten zu sehen, meist finden sich nur indirekte Spuren seiner Existenz wie gefällte Bäume oder der Biberbau.  

Erst allmählich erholen sich die Bestände durch konsequenten Schutz und Auswilderungsmaßnahmen wieder ein wenig. Erste Hinweise auf einen Biber auf dem Kühkopf kamen 2014 von einem Kanuten, der einen Bau entdeckte. Doch 2015 schien das Tier wieder verschwunden zu sein, erst 2017 fanden sich wieder Spuren des scheuen Nagers, den allerdings niemand zu Gesicht bekam. Lange war auch unklar, ob es sich um einen Einzelgänger oder mehrere Biber handelte.  

„In den letzten beiden Wintern haben wir Fraßspuren gefunden, die so weit auseinanderliegen, dass wir von mindestens drei Tieren ausgehen“, berichtet Christian Kehrenberg, Förster und Umweltpädagoge am Umweltbildungszentrum Schatzinsel Kühkopf. Fraßspuren seien besonders im Winter gut zu erkennen, weil sie im Winter verstärkt auf dem Land auf Futtersuche sind. Im Winter 2017/18 habe Revierförster Ralph Baumgärtel zufällig sogar gleich zwei Biber an einer Stelle gesichtet. „Wir können also mittlerweile sagen, dass der Biber fest da ist und er sich reproduziert, also für Nachwuchs sorgt“, erklärt Kehrenberg.  

Die beiden Fotos wurden uns freundlicherweise von Detlef Warren zur Verfügung gestellt.