Beißender Witz über eine Todsünde

Molières „Der Geizige“ steht am 15. Dezember auf dem Spielplan der BüchnerBühne Riedstadt

Teilweise mit Neubesetzung: Das Ensemble der BüchnerBühne spielt „Der Geizige“
Teilweise mit Neubesetzung: Das Ensemble der BüchnerBühne spielt „Der Geizige“

Kurz vor einer kurzen Weihnachtspause zeigt die BüchnerBühne Riedstadt noch einmal den Komödienklassiker „Der Geizige“ des französischen Theatergenies Molière. Das Stück hatte schon 2011 beim Theaterfestival „Volk im Schloss“ Premiere. Seit der Wiederaufnahme im Juni sind einige Rollen neu besetzt. Für die Vorstellung am Samstag, 15. Dezember um 19:30 Uhr im Theater in Riedstadt-Leeheim (Kirchstraße 16) sind Karten im Vorverkauf oder an der Abendkasse erhältlich. Das Theatercafé öffnet bereits um 18:30 Uhr für die Gäste.  

Molière gilt als Erfinder der Charakterkomödie. Mit seinen Klassikern machte er die Komödie zu einer der Tragödie potentiell gleichwertigen Gattung. Vor allem erhob er das Theater zum Diskussionsforum für die Probleme „richtigen“ und „falschen“ Verhaltens in der Gesellschaft seiner Zeit.  

„Der Geizige“ erzählt mit beißendem Witz von den unerfreulichen Folgen der krankhaften Besitzgier und ihrer Überwindung durch zwei junge Liebespaare. Der Geiz scheint als Charaktereigenschaft heute ein besonderes Phänomen in der modernen westlichen Gesellschaft zu sein. Hingegen gehörte im katholischen Christentum die Avaritia, der Geiz, die Habsucht, noch als zweite zu den sieben Hauptlastern, die als die Wurzeln von Todsünden betrachtet wurden.  

Molière führt uns jenseits aller Religion vor, dass Geiz eben nicht „geil“ ist, sondern in seiner krankhaften Zuspitzung des menschlichen Besitztriebes zutiefst lebensfeindliche Züge trägt. Seine brillante Charakterisierung der Titelfigur hat es im 19. Jahrhundert sogar in Meyers Konversationslexikon zum Thema Geiz gebracht.  

Die Inszenierung interessiert sich hauptsächlich für die Ursachen der Angst, welche alle Figuren bis zur Selbstverleugnung umtreibt: Harpagon fürchtet, ständig betrogen zu werden und sein Geld zu verlieren, die Liebenden fürchten, ihm gegenüber ihre Gefühle zu offenbaren, die Bediensteten fürchten um ihren Arbeitsplatz - Jeder misstraut dem andern. Alle spielen sie mehr oder weniger geschickt Theater, und merken nicht, wie sie im Laufe der Handlung ihre eigentlichen Ziele und Bedürfnisse immer mehr aus den Augen verlieren…

Theaterkarten sind im Vorverkauf über den Online-Ticketshop der Homepage (www.buechnerbuehne.de), bei allen bekannten Vorverkaufsstellen über Reservix oder direkt im Theaterbüro (dienstags und freitags von 10:00 bis 13:00 Uhr) erhältlich. Zusätzlich sind in der Region die Buchhandlungen Bornhofen in Gernsheim und Faktotum in Wolfskehlen, die Infothek des Landratsames in Groß-Gerau sowie „Florales & Handgemachtes“ in Goddelau, Weidstraße 5 F örtliche Vorverkaufsstellen.