Beim letzten Leeheimer Milchbauer

Bürgermeister Marcus Kretschmann zu Gast bei Familie Wiesenecker in Leeheim

Drei Herren mit Kuh Alina: Fritz Wiesenecker (l.), Marcus Kretschmann, Felix Tomalla (r.)
Drei Herren mit Kuh Alina: Fritz Wiesenecker (l.), Marcus Kretschmann, Felix Tomalla (r.)

Bürgermeister Marcus Kretschmann interessiert sich für landwirtschaftliche Betriebe in Riedstadt, die eine ganz wichtige gesellschaftliche Funktion erfüllen. Vor wenigen Tagen stand ein Besuch beim letzten Milchviehbetrieb in Leeheim im Terminkalender. Fritz Wiesenecker hält etwa dreißig Kühe vorwiegend aus den Rassen Schwarzbunte und Fleckvieh. Die Tiere können sich im Laufstall frei bewegen und erhalten zum größten Teil Futter aus eigenem Anbau. Die Milch wird jeden zweiten Tag von einer Molkereigenossenschaft abgeholt und von Leeheim nach Karlsruhe zur Verarbeitung gebracht.  

Besonders beeindruckt war Bürgermeister Kretschmann davon, dass Fritz Wiesenecker weitgehend alleine für die Tiere verantwortlich ist und so auch jeden Tag im Jahr arbeitet. Urlaub ist so nicht möglich und Krankheit oder ein Unfall würden ganz schnell zum Problem. Die Tiere müssen täglich zweimal gefüttert und gemolken werden, der Stall ist zu säubern und auf Wiesen und Feldern muss Futter produziert werden, das für das ganze Jahr reicht.  

Kühe geben nur dann regelmäßig Milch, wenn sie jedes Jahr ein Kalb bekommen. Die Sorge für die Kälber und deren Vermarktung steht deshalb auch auf der Aufgabenliste. Die Tiere des Betriebs dürfen erfreulicherweise ihre Hörner behalten und wirkten deshalb auch ganz entspannt bei der Bewegung im Stall. In Kürze erhalten sie eine Impfung gegen die gefürchtete Blauzungenkrankheit, die glücklicherweise in Südhessen bisher noch nicht aufgetreten ist.  

Fritz Wiesenecker macht der Umgang mit seinen Tieren erkennbar Freude und so präsentierte er auch voll Stolz seine beste Kuh: Alina, fünf Jahre alt, liefert verlässlich bis zu sechsundvierzig Liter Milch am Tag.  

„Für die Stadt Riedstadt ist es ein großes Glück, dass es dieses Engagement noch gibt“, betont Kretschmann. Denn hier ergänzten sich Naturschutz und Landwirtschaft. Nur durch Nutzung könne artenreiches Grünland erhalten werden – und so zähle jeder landwirtschaftliche Tierhalter am Ort ganz besonders. Er ergänzt: „Der Verzehr von Milch, Quark und Käse erfolgt mit mehr Respekt, wenn man weiß, wie viel Arbeit für ihre Herstellung notwendig ist und wie wenig die Gesellschaft das honoriert.“