Begegnung mit einer Könnerin

Büchnerpreisträgerin 2018 Terézia Mora liest am 25. März in Goddelau

Terézia Mora (Foto ©: Peter von Felbert)
Terézia Mora (Foto ©: Peter von Felbert)

Einer gute Tradition folgend kommt auch in diesem Jahr die aktuelle Büchnerpreisträgerin zu einer öffentlichen Lesung in Georg Büchners Geburtshaus. Terézia Mora wird am Montag, 25. März um 19:00 Uhr in der Kunstgalerie am Büchnerhaus (Weidstraße 9, Riedstadt-Goddelau) zu Gast sein. Karten für die Veranstaltung gibt es zum Preis von zwölf Euro im Vorverkauf am Empfang des Riedstädter Rathauses (Rathausplatz 1, Riedstadt-Goddelau) oder an der Abendkasse. Kartenreservierungen nimmt außerdem der Leiter des Büchnerhauses, Peter Brunner, gerne telefonisch (06158 4621) oder per E-Mail (buechnerhaus(at)riedstadt.de) entgegen.  

Terézia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn, geboren. Ihre Familie gehörte zur deutschsprachigen Minderheit, Mora wuchs zweisprachig auf. 1990 kam sie nach Berlin und studierte Hungarologie und Theaterwissenschaften an der Humboldt-Universität. Sie gehört zu den renommiertesten Übersetzerinnen aus dem Ungarischen (u.a. Peter Esterhazy, Peter Zilahy, Zsofia Ban). 1999 sorgte sie mit ihrem literarischen Debüt, dem Erzählungsband „Seltsame Materie", für Furore. Für diese Erzählungen wurde sie mit dem Open-Mike-Literaturpreis, dem Ingeborg-Bachmann-Preis (1999) und dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis (2000) ausgezeichnet. 2004 erschien der Roman "Alle Tage", für den sie den Mara-Cassens-Preis für das beste Roman-Debüt des Jahres, den Kunstpreis Berlin, den LiteraTour-Nord-Preis und den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt. 2009 erschien der Roman „Der einzige Mann auf dem Kontinent" und im Herbst 2013 „Das Ungeheuer". Für diesen Roman erhielt Terézia Mora den Deutschen Buchpreis. Im Juli 2018 wurde ihr der Georg-Büchner-Preis zuerkannt.  

„Es braucht schon eine selbstbewusste Stimme, um so viele fremde Stimmen zu zitieren, zu amalgamieren, bauchrednerisch zu verschlucken. Mitunter auch ihnen den Vortritt zu lassen, ohne sich klein zu machen. Es braucht die souveräne Bescheidenheit der Könnerin, die weiß, dass die Einzigartigkeit ihrer Kunst sich auch der Einzigartigkeit vieler Vorgänger verdankt. Seltsame Materie des kulturellen Erbes, das sich vermehrt, je mehr man davon zehrt.“ So endete die schöne Laudatio von Daniela Strigl auf Terezia Moras Büchnerpreis.  

Die Gäste der Lesung dürfen sich daher auf eine besondere Begegnung mit einer Könnerin freuen.  

Das Foto stammt von Peter von Felbert.