Ärger mit den Einkaufsmärkten

Filialen in Riedstadt verweigern Aufstellung von Glascontainern auf ihren Parkplätzen

Keiner will sie haben, aber nötig sind sie doch: Altglascontainer machen fast überall vor allem Ärger
Keiner will sie haben, aber nötig sind sie doch: Altglascontainer machen fast überall vor allem Ärger

Seit Jahren versucht die Stadt Riedstadt die Situation für die Sammlung von Verpackungsabfällen aus Glas an besonders problematischen Standorten zu verändern. In der engen Bebauung in den Ortslagen gibt es seit Beginn der Sammlung nur wenige geeignete Standorte. Besonders ärgerlich ist es daher, dass bisher alle angefragten Einkaufsmärkte die Aufstellung von Containern auf ihren Parkplätzen mehrfach kategorisch ablehnen. Insbesondere in Goddelau, Crumstadt und Leeheim ließen sich die Sicherheit für Verkehrsteilnehmer und Containernutzer an manchen Standplätzen gegenüber der jetzigen Situation deutlich verbessern.  

Die Glasverpackungen stammen zum allergrößten Teil aus den Lebensmittelmärkten und nach dem Verständnis der Stadt wurde durch die Einführung der dualen Abfallsammlung ab 1992 auch dem Handel eine Mitverantwortung für die Verpackungseinsammlung auferlegt. So bestehen in jedem Geschäft Abgabemöglichkeiten für Kunststoff und Papier – jedoch nicht für Glas.  

Auch das Argument der Kundenfreundlichkeit lassen Riedstädter Filialen nicht gelten. So könnte man eigentlich den Einkauf von Lebensmitteln sehr gut mit der Rückgabe von Glasverpackungen verbinden. Obwohl der städtische Bauhof wöchentlich die Stellplätze reinigt, hegen die Filialleiter die Befürchtung, Kunden würden sich an Glasscherben die Reifen beschädigen. Ein solcher Schaden wurde an den städtischen Stellplätzen in den letzten fünfundzwanzig Jahren nicht bekannt.  

Die Stadt Riedstadt vermutet, dass auch andere Kommunen ähnliche Konflikte haben. Aus diesem Grund wurde im Herbst 2016 das Problem sowohl dem Bundesumweltministerium als verantwortlicher Stelle für die Abfallgesetzgebung zu Verpackungen als auch der Dachorganisation des Handels schriftlich mitgeteilt und um Unterstützung gebeten. Leider haben trotz Nachfrage beide Stellen noch nicht einmal geantwortet.  

Riedstadt bittet deshalb um Verständnis, dass die Aufrechterhaltung eines Sammelsystems, das eine fußläufige Entfernung von 500 m zum Wohnort nicht übersteigt, nicht für alle Beteiligten in zufriedenstellender Qualität erreicht werden kann. Besonders wichtig ist deshalb die Rücksichtnahme gegenüber den unmittelbaren Anliegern der Container, in dem die Einwurfzeiten werktags von 7:00 Uhr bis 20:00 Uhr beachtet werden, um unnötige Lärmbelastungen zu vermeiden.