Ärger beim schnellen Internet

Stadt setzt gegenüber der Fa. Inexio den Schutz der Infrastruktur durch – Baubeginn im Juli

Internetausbau: Anfang Juli sollen die Bauarbeiten in Crumstadt und Erfelden beginnen
Internetausbau: Anfang Juli sollen die Bauarbeiten in Crumstadt und Erfelden beginnen

Ursprünglich schon für Ende 2016 versprochen, warten zahlreiche Bürger der Riedstädter Stadtteile Erfelden und Crumstadt immer noch auf das von der Firma Inexio mit großem Werbeaufwand angekündigte „schnelle Internet“. Jetzt endlich gibt es einen neuen Bauzeitenplan, der den Start der Bauarbeiten für Anfang Juli festlegt. „Ob dieser Plan eingehalten wird oder weitere Probleme mit dem Breitbandausbau auftreten werden, liegt nicht im Zuständigkeits- und Verantwortungsbereich der Stadt“, erklärt Bürgermeister Marcus Kretschmann.  

Inexio hatte in der Vergangenheit vielfach der Stadt eine Schuld an den Verzögerungen zugeschoben. Einige Beschwerden, die bei der saarländischen Firma aufgelaufen sind, wurden dadurch zum Rathaus „umgeleitet“, was dort verständlicherweise für Ärger sorgte.  

Die Stadt nimmt dies zum Anlass noch einmal zu betonen, dass die Firma nicht im Auftrag der Kommune tätig ist, sondern das Recht zum Breitbandausbau aufgrund einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur bekommen hat.  

Wesentliche Ursache der Probleme ist, dass die Firma offensichtlich zunächst nicht akzeptieren wollte, dass die Glasfaserkabel in konventioneller Weise verlegt werden müssen. Aus Kostengründen wollte Inexio ursprünglich Erdraketen oder ein Spülbohrverfahren anwenden. Das wurde von Beginn an von der Stadt als Grundstückseigentümerin vehement abgelehnt. Die Stadt muss die Gefahren für die vorhandene unterirdische Infrastruktur wie Wasser- oder Abwasserleitungen möglichst gering halten. Durch Erdraketen oder -bohrer können Schäden entstehen, die erst wesentlich später entdeckt werden und hohe Reparaturkosten verursachen.  

Die Stadt Riedstadt hat der Firma Inexio gegenüber deshalb von Anfang an klar gemacht, dass für den Breitbandausbau nur eine offene Bauweise – also das Aufgraben der Bürgersteige – in Frage kommen kann. Ein Verfahren im Übrigen, welches die Telekom in den Stadtteilen Goddelau, Leeheim und Wolfskehlen ohne Murren akzeptiert und umgesetzt hat. Dort gibt es bereits für zahlreiche Kunden das Hochgeschwindigkeitsinternet.  

Die Position der Stadt fasst Bürgermeister Marcus Kretschmann folgendermaßen zusammen: „Wir wissen um die Bedeutung des schnellen Internets für Privatpersonen und Unternehmen – gleichzeitig müssen wir aber als Stadt auf das gemeinschaftliche Eigentum achten und im Sinne der Bürgerschaft hier keine unbekannten Risiken eingehen.“  

Nun scheint aber ein Licht am Ende des Tunnels sichtbar: Die beiden Projektpläne für den DSL-Ausbau in Crumstadt und Erfelden sind nahezu identisch und weisen den Baubeginn mit Anfang Juli 2017 aus. Die „Lieferung“, also wohl der Abschluss des Projektes, wird mit September angegeben.  

Montag kommender Woche (26.) ist zu einer Projektbesprechung mit Inexio, der von dort beauftragten Baufirma und Vertretern der Stadt eingeladen. Soweit es um die Genehmigungen für die Bürgersteigaufbrüche geht, wird die Stadt natürlich alles tun, um die Angelegenheit zu beschleunigen.  

Bürgermeister Marcus Kretschmann hofft, dass das leidige Thema endlich vom Tisch kommt und der Marketingspruch von Inexio bzw. Quix „Schöner leben. Schneller Surfen“ bald in die Tat umgesetzt ist.  

Auf der Internetseite „myquix.de“, wo man mit einem „Verfügbarkeitscheck“ feststellen kann, ob Inexio mit dem Glasfaserkabel am eigenen Wohnhaus ankommt, steht derzeit leider noch: „Quix befindet sich an ihrem Standort noch im Ausbau“ und gibt dazu „derzeit keine Prognose“ (Stand: 10.04.2017). Kretschmann will sich dafür einsetzen, dass hier so schnell wie möglich konkretere Angaben aufgrund der Bauzeitenplanung hinterlegt werden.    

Das Foto stammt von Karl-Heinz Laube / pixelio.de.