Abfalleinsammlung ab 2020

Umweltamt erläutert was in Riedstadt anders wird

2020 sorgt der Abfallwirtschaftsverband für mehr Vielfalt bei den Mülltonnen
2020 sorgt der Abfallwirtschaftsverband für mehr Vielfalt bei den Mülltonnen

Die Nachfrage nach den künftig benötigten Abfallbehältern (wir haben berichtet) hat auch in Riedstadt zu einiger Verunsicherung geführt. Die Stadt möchte deshalb zusätzliche Erläuterungen abgeben.  

Nach dem Gesetz zur Kommunalen Zusammenarbeit haben sich schon 1957 verschiedene Kommunen im Kreis Groß-Gerau zur Zusammenarbeit in der Abfalleinsammlung entschlossen, darunter auch die vorher selbstständigen Stadtteile von Riedstadt. Dieser Zweckverband trägt heute den Namen Abfallwirtschaftsverband Kreis Groß-Gerau (AWV). Acht Kommunen sind Mitglied, von diesen haben sich sieben entschieden, ab 2020 auch die Satzungen und die Gebührenmodelle zu vereinheitlichen. Die Stadtverordneten der Stadt Riedstadt haben diesen Schritt am 02.02.2017 beschlossen und die Aufgaben entsprechend übertragen.  

Im Vorstand des AWV sind alle Bürgermeister der Mitgliedskommunen vertreten und in die Verbandsversammlung werden Mitglieder der örtlichen Parlamente entsandt. Die Verbandssatzung ist vom Landkreis Groß-Gerau als Aufsichtsbehörde genehmigt worden.  

In Riedstadt gab es in den letzten Jahren viele Anfragen nach kleineren Tonnen und flexibleren Gebühren. Alleine hätte Riedstadt keine Änderungen durchführen können, da der technische und organisatorische Aufwand für die Stadt selbst zu hoch wäre. Das neue gemeinsame Modell ermöglicht es, kleinere Restmülltonnen zu nutzen. Und da die neuen Abfallbehälter mit einem Chip ausgerüstet sind, wird jede Leerung am Müllauto registriert.  

Im neuen Abfallkalender werden weiterhin alle vierzehn Tage Leerungen des Restmülls angeboten und alle vierzehn Tage Leerungen vom Biomüll. In den Sommermonaten kommt das Biomüllfahrzeug wöchentlich. Beim Papier bleibt alles beim Alten. 

Weiterhin gibt es vierteljährliche Abschläge. Diese enthalten nur die Mindestgebühr, die beim Restmüll 13 Leerungen, beim Biomüll 26 Leerungen und beim Papier 13 Leerungen enthält. Nach Abschluss des Kalenderjahres erhält jeder Grundstückseigentümer einen individuellen Bescheid, der genau die Anzahl der Leerungen abrechnet, die über die Mindestmenge hinausgeht.  

Ob es für das jeweilige Grundstück teurer oder billiger wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Ist bereits heute die Abfalltonne immer voll und wird zu jedem Leerungstermin bereitgestellt, wird die Gebühr höher ausfallen als bisher. Kann man eine kleine Tonne wählen oder muss sie nicht zu jeder Leerung raustellen, wird es günstiger.  

Bei der Abfallentsorgung soll eine möglichst gute Trennung in verwertbare und nicht verwertbare Abfälle erfolgen. Die Abfallgebühr bildet deshalb einen Anreiz, vielleicht noch besser als bisher Müll zu vermeiden oder richtig zu sortieren.  

Da jede Abfallsorte gesammelt, transportiert, sortiert und behandelt werden muss, fallen auch für jede Müllart Kosten an. Bisher waren diese Kosten nicht unmittelbar in der Gebühr sichtbar. Künftig wird es für alle drei Abfalltonnen einzelne Gebühren geben, die mehr Transparenz schaffen, wieviel die Müllentsorgung tatsächlich kostet.  

Nach geltendem Recht kann in der Abfallentsorgung keine „soziale Komponente“ enthalten sein. Gebühren dürfen ausschließlich zur Deckung der Kosten beim Müll verwendet werden. Durch die gemeinsame Ausschreibung von Dienstleistungen und einem modernen Sammelsystem sorgen die Kommunen gemeinsam dafür, dass der bestmögliche Preis erzielt werden kann.  

Die praktische Umstellung ist eine nicht ganz einfache Aufgabe für die Verwaltungen des AWV und der Mitgliedskommunen. Deshalb dankt die Stadt Riedstadt allen Beteiligten und bittet um Verständnis, wenn an einzelnen Punkten Rückfragen erforderlich werden.  

Weitere Informationen, Formulare (z.B. für Biotonnenbefreiung) und die Satzungen zum Abfallwirtschaftsverband sind auf der Homepage www.awv-gg.de in der Rubrik Service zu finden. Die Telefonnummer für individuelle Fragen zum neuen Sammelsystem lautet: 06258  108-179 im Stadthaus Gernsheim.