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Steinkauz hinter Sportmatten

Vogel fliegt gleich zwei Mal in die Heinrich-Bonn-Halle

Der befreite Steinkauz auf der Hand von Detlef Warren.
Auf dem Arm von Detlef Warren fühlte sich der Steinkauz offensichtlich wohl.
Nach der Befreiung ließ sich der Steinkauz in einem nahestehenden Baum nieder.

Die Heinrich-Bonn-Halle in Riedstadt-Leeheim hat offenbar eine magische Anziehungskraft für einen Steinkauz: Gleich zwei Mal flog der zur Familie der Eigentlichen Eulen gehörende Vogel in die Sporthalle, fand aber jedes Mal nicht mehr heraus.  

Nachdem erst seine verräterischen Kotspuren und dann der Steinkauz am letzten Freitag im Februar in der Halle entdeckt worden waren, wurde Detlef Warren von der Eulen-AG des Nabu-Kreisverbandes verständigt, der hauptberuflich beim städtischen Bauhof arbeitet. Er verabredete sich mit den Ornithologen Bernd Petri, Ilka Linke und Jochen Struch vom Nabu nach Feierabend zu einer Rettungsaktion – in der Halle wäre der Steinkauz verhungert.  

Nach mehreren Versuchen, den Vogel mit einem Kescher zu fangen, wurde er müde und landete hinter einer Sportmatte. Dort konnte ihn Warren problemlos nehmen. Nachdem er auf etwaige Verletzungen untersucht worden war, wurde der Steinkauz in die Freiheit entlassen.  

Der Steinkauz galt bereits in der Antike als Vogel der Weisheit und war Sinnbild der Göttin Athene, worauf sein wissenschaftlicher Name „Athene noctua“ (nächtliche Athene) hinweist. Doch wenig weise, wurde die nächtliche Athene nach dem Wochenende erneut in der Heinrich-Bonn-Halle gesichtet. Also rückte das Eulen-Rettungsteam erneut an. „Ich entdeckte ihn auf einem Stahlträger, aber als Bernd Petri dazu kam, war er verschwunden. Doch ich kannte ja mittlerweile sein Mattenversteck und konnte ihn wieder dort fangen“, erzählt Detlef Warren. Was danach kam, berührte den Eulen-Experten tief, wie er weiter berichtet. Denn als er den Steinkauz nach draußen trug und für den Abflug auf seinen Arm setzte, blieb die Eule noch eine Weile zutraulich auf seinem Arm sitzen. „Diesen Moment habe ich sehr genossen“, sagt Warren.  

Damit sich weitere Ausflüge in die Sportwelt nicht wiederholen, machte sich das Nabu-Team auf die Suche nach dem Durchschlupf und hat ihn mittlerweile verschlossen. Der Steinkauz hält sich zwar weiterhin bei der Halle auf und brütet dort, aber hinein kann er nun nicht mehr - zumindest nicht auf dem ihm bekannten Weg.