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KAG

Inhalt

Was ist die KAG ?

Die kommunale Arbeitsgemeinschaft "SAV Biebesheim", wurde 1989 gegründet und ist ein Zusammenschluß von derzeit acht Gemeinden/Städten und zwei Landkreisen (in Hessen und Rheinland-Pfalz) im Einwirkungsbereich der Sondermüllverbrennungsanlage Biebesheim.
Die Kommunen der Arbeitsgemeinschaft haben sich zur Aufgabe gesetzt, gemeinsam berührende Angelegenheiten im Zusammenhang mit der SAV zu beraten und ein abgestimmtes Vorgehen sicherzustellen.

Wer ist Mitglied ?

Die gesetzliche Grundlage der KAG bildet der zweite Abschnitt des Gesetzes über kommunale Gemeinschaftsarbeit (KGG). Danach können Gemeinden und Landkreise durch Vereinbarung kommunale Arbeitsgemeinschaften bilden. Die kommunale Arbeitsgemeinschaft ist ein Zusammenschluß ohne eigene Rechtspersönlichkeit; die Zuständigkeit der Beteiligten als Träger der Aufgaben und Befugnisse bleibt unberührt.

Der gemeinsamen Vereinbarung der KAG haben die folgenden Kommunen zugestimmt:

Was will die KAG ?

Während in den ersten Jahren der KAG-Arbeit die Vertretung der Interessen der Kommunen als Einwender im Planfeststellungsverfahren zum dritten Ofen der SAV Biebesheim und damit auch die Untersuchung des Gefährdungspotentials der Emissionen der SAV im Vordergrund stand, richtet sich das Augenmerk zunehmend auf die Grundbelastung des Raumes und eine Verbesserung der Gesamtimmissionssituation. Die Stärke der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft "SAV Biebesheim" war und ist die Vertretung kommunaler Interessen weit über politische Lippenbekenntnisse hinaus. Die Finanzausstattung der Solidargemeinschaft ermöglicht es, fachlich fundiert Stellung zu beziehen und die Interessen der Region -auch durch die Beschreitung des Rechtswegs- durchzusetzen.

Die KAG setzt sich dafür ein,

Um dies zu erreichen

Was wird konkret getan ? Die Arbeitsschwerpunkte der KAG

  1. Aktivitäten gegen den Import italienischer Sonderabfälle zur SAV Biebesheim
  2. Fachliche Begleitung der Genehmigungsanträge der HIM GmbH und Vertretung der KAG-Kommunen in Genehmigungsverfahren
  3. Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für den Klimaschutz unserer Mitgliedskommunen
  4. Bewertung der Neuplanungen der HIM GmbH am Standort Biebesheim
  5. Humanbiomonitoring-Projekt in der Umgebung der SAV Biebesheim:
  6. Mitarbeit im studienbegleitenden Arbeitskreis
  7. Auswertung der Ergebnisse aus kommunaler Sicht
Hier gibt's den ausführlichen KAG-Jahresbericht 1999 als Word97-Dokument zum download

Gutachten und Stellungnahmen

Verfasser Thema Fertigstellung
EPEA Dr. Braungart, N. Fuchsloch Gutachterliche Stellungnahme zur geplanten Erweiterung der SAV Biebesheim 11/89
Öko-Institut Gutachterliche Stellungnahme "Ist der 3. Ofen nötig?" 8/91
Öko-Institut G. Dehoust Gutachterliche Stellungnahme zu der vorgesehenen Nachrüstung des geplanten 3. Ofens der SAV Biebesheim 8/91
Ambimet Prof. G. Groß et al. Modellrechnungen zu den Strömungsverhältnissen im Raum Biebesheim und Berechnung der Ausbreitung von Luftbeimengungen 11/91
Öko-Institut Vergleich der Verbrennungstechnik der geplanten Linie III mit den bestehenden Linien I+II der SAV Biebesheim 3/93
Öko-Institut W. Jenseit Emissionsminderung durch Steuerung des Inputs bei der SAV Biebesheim 8/93
RA W. Baumann Rechtsgutachten zur Genehmigungssituation der SAV Biebesheim 7/94
Öko-Institut, G. Both/Dehoust Stellungnahme zum Hessischen Landesabfallentsorgungsplan, Teilplan 2 11/94
Ingenieurbüro Kumm, Angelow & Krebs, Offenbach Berechnung der Immissionszusatzbelastung durch Emissionen der SAV Biebesheim 12/94
Öko-Institut Gebhardt/Fendler Stellungnahme zum Untersuchungsrahmen der UVU im Rahmen des Antrags auf Betrieb einer Vorbehandlungsanlage für feste Abfallstoffe in der SAV Biebesheim 1/95
Institut für Umweltrecht, Bremen Niels Griem Stellungnahme zu der Frage "Löst die Festsetzung eines eng definierten Einzugsgebietes für eine vom Träger der Sonderabfallentsorgung betriebene SAV im Abfallentsorgungsplan eine Schadensersatzpflicht gegenüber dem Betreiber aus?" 4/95
H. Kumm Auswertung der Winddaten des Standorts Biblis im Hinblick auf die Berechnung der Immissionszusatzbelastung durch Emissionen der SAV Biebesheim 5/95
TH Darmstadt WAR Institut Umweltqualitätszielkonzept Lufthygiene der KAG Abschlussbericht der Phase 1 5/96
T. Merz Immissionen an PCDD/F durch Öffnen der Sicherheitsauslässe der Straße I und II der SAV B. 6/96
Öko-Institut, R. Fendler Stellungnahme zu ausgewählten Fragestellungen im Verfahren "Sicherheitsauslässe" 6/96
H. Kumm Stellungnahme zur prognostizierten Immissionsbelastung in Crumstadt bei einer Emission aus dem Sicherheitsauslaß der SAV B. 6/96
G. Angelow Immisionsprognose für Emissionen aus den Sicherheitsauslässen der SAV Biebesheim 6/96
Öko-Institut, W. Eberhardt Stellungnahme zu der Abfallmengenprognose für Hessen 6/96
Öko-Institut R. Fendler Technische und rechtliche Prüfung der Modifikationen des Abfallannahmekatalogs der SAV Biebesheim 12/96
T. Merz Dioxinbelastung in der Umgebung der SAV Biebesheim 3/97
Öko-Institut R. Fendler Vergleich der Bescheide NOx-Minderung für die SAV Biebesheim 6/97
RA Baumann RA Hoffmann Rechtsgutachten betr. "Ausnahmegenehmigung zur Verbringung von italienischem Sondermüll in die SAV Biebesheim" 6/97
Öko-Institut R. Fendler Prüfung der Gesamtsicherheitsanalyse der SAV Biebesheim auf Vollständigkeit 12/97
RA Baumann Rechtl. Stellungnahme zum Gutachten von Prof. v. Wilmowsky zu den rechtl. Möglichkeiten Sonderabfallimporte zu verhindern 4/98
Öko-Institut R. Fendler Aktennotiz zur Besichtigung der SMVA der BASF in Ludwigshafen am 28.05.1998 6/98
Öko-Institut Fendler/Dehoust/Gebhardt Vergleich der 1970 - 1982 am Standort Biebesheim genehmigten bzw. planfestgestellten Verbrennungsanlagen (Verfahren Stillegung) 9/98
Öko-Institut R. Fendler Klage der Gem. Riedstadt auf Stillegung Vorbereitung des 2. Verhandlungstages 10/98

Bei Interesse an unseren Gutachten und Stellungnahmen wenden sie sich bitte direkt an die

Kommunale Arbeitsgemeinschaft "SAV Biebesheim"

Geschäftsstelle:

Hans-Jürgen Unger
Rathausplatz 1
64560 Riedstadt

Telefon : 0 61 58 - 181 701
Fax : 0 61 58 - 181 700
E-Mail : umweltamtt@riedstadt.de

Aktuelles

Pressemitteilung der KAG vom 31. August 2000

Humanbiomonitoring
Kindergesundheitsstudie im hessischen Ried

Seit Anfang des Jahres liegt die fertige Broschüre mit den Ergebnissen der großen südhessischen Kindergesundheitsstudie im Sozialministerium auf Eis.
Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft "SAV Biebesheim" (KAG) befürchtet, dass der Bevölkerung Erkenntnisse zur Umweltbelastung und Gesundheit der Kinder absichtlich vorenthalten werden sollen.

Bei der Gesundheitsstudie wurden zwischen 1994 bis 1997 über 600 Grundschulkinder untersucht. Es sollte herausgefunden werden, wie sehr die Kinder im Umfeld der Sonderabfallverbrennungsanlage Biebesheim durch Umweltschadstoffe gesundheitlich belastet sind. Aus den vielen Ergebnissen hat das Sozialministerium in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Umweltinitiativen und der KAG eine allgemein verständliche Broschüre gezimmert. Das Heft sollte schon 1999 in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und an alle untersuchten Familien und Interessierten verteilt werden. Daraus wird wohl vorerst nichts, fürchtet die Arbeitsgemeinschaft. Das Hessische Sozialministerium kann sich offenbar nicht mehr zur Veröffentlichung entschließen.

Mehr als 600 Familien haben über drei Jahre freiwillig an dem aufwendigen Projekt mitgearbeitet. Die Eltern beantworteten lange Fragebögen. Die Kinder ließen ihre Lungen testen, gaben Blut-, Urin- und Haarproben ab. Das ist nun schon bald vier Jahre her. Und das Unverständnis in der Bevölkerung über die Heimlichtuerei mit den Ergebnissen wächst immer mehr.

Der KAG-Vorsitzende und Riedstädter Bürgermeister, Gerald Kummer, meint, dass den beteiligten Familien der Wunsch nach öffentlicher Dokumentation der Ergebnisse nicht verwehrt werden darf. "Nur wenn die Erkenntnisse der Studie für alle verständlich dargestellt werden, kann eine Diskussion über vorbeugenden Gesundheitsschutz überhaupt erst stattfinden."

Deshalb haben sich die in der KAG zusammengeschlossenen Gemeinden und Landkreise schriftlich beim Sozialministerium dafür stark gemacht, dass die Broschüre nun endlich veröffentlicht wird. Wie ursprünglich vorgesehen soll das Ministerium im Ried eine öffentliche Veranstaltung zur Vorstellung der Gesundheitsstudie durchführen. "Das wäre auch der passende Rahmen um den beteiligten Familien Dank für ihre aufwendige Mitarbeit zu sagen und zu erklären, weshalb aktuelle Daten zur Gesundheit jahrelang in den Ministeriumsschubladen verschwinden", findet der KAG-Vorsitzende.

Handlungsempfehlungen zum Klimaschutz

Bei dem Vorhaben der Verbesserung der Gesamtimmissionssituation im KAG-Gebiet ist eine zen­trale Frage, welche Handlungsoptionen für Kommunen bzw. kommunale Zusammenschlüsse zur Minderung der Immissionen erfolgversprechend erscheinen. Hier sind Methoden von Interesse, ko­operativ mit den Emittenten zusammen Handlungskonzepte zu erar­beiten, um über die gesetzlichen Möglichkeiten hinaus die Immissionssituation zu verbessern. Wegen fehlender eindeutiger Ursache- Wirkungsbeziehungen kann der Erfolg einzelner Maßnahmen kaum großflächig quantifiziert werden, er muß vielmehr an der Verbesserung der Gesamtbelastung, dem gesteigerten Problembewußtsein der Bevölkerung, dem Imagegewinn der Gemeinden und der Zu­sammenarbeit mit den Emittenten gemessen werden.

Bereits 1996 hat das Fachgebiet Umwelt- und Raumplanung, Institut WAR der TU Darmstadt im Auf­trag der KAG Vorarbeiten für ein Umweltqualitätszielkonzept geleistet. Es wurde die vorhandene Datenlage gesichtet und bewertet sowie neue Informationsquellen erschlossen. Auch wurden Emis­sionen des Straßenverkehrs ermittelt und der Aufbau eines Umweltqualitätszielsystems für die KAG konzeptioniert.
Am 9. September 1999 beschloss der KAG-Arbeitsausschuss, das Fachgebiet Umwelt- und Raum­planung der TU Darmstadt mit der Entwicklung von Handlungsempfehlungen für den Umweltbereich Luft zu beauftragen. Die Leitung hat Herr Prof. Dr.-Ing. Hans Reiner Böhm.

Ziel des Projektes ist es, in einem kooperativen Prozeß mit den Kommunen und Emittenten des Ge­bietes der KAG (bei Interesse weiterer Gebietskörperschaften auch darüber hinaus) Handlungs­optionen zu entwickeln, um vor allem in besonders belasteten Teilgebieten die allgemeine Immissions­situation verbessern zu können. Außerdem sollen Möglichkeiten untersucht werden, wie vorhandene und potentielle Agenda­prozesse in dieses Handlungskonzept eingebunden werden können. Der spe­zielle organisatorische Aufbau des Projektes bietet den Beteiligten die Möglichkeit, auch nach Beendi­gung des Projektes die neuen Strukturen und Kooperationen weiterzuführen.

Projektorganisation
Die einzelnen Arbeitsschritte dieses Projektes sollen in einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe "Handlungs-AG" bestehend aus etwa zehn Akteuren aus den Bereichen Verwaltung, Wirtschaft, Um­weltverbände etc. vorgestellt, diskutiert und beschlossen werden. Die Arbeitsgruppe soll unter der Leitung der TU Darmstadt agieren. Es sind dazu geeignete Personen anhand ihrer Funktion und be­ruflichen Erfah­rung und fachlichen Kompetenz auszuwählen und die Bereitschaft zu einer regelmäßi­gen Teilnahme sicherzustellen. Die Mitglieder der Handlungs-AG sollen zugleich einem "Beirat" an­gehören, zu dem weitere Akteure aus verschiedenen gesellschaftliche Bereichen wie Verwaltung, Po­litik, Handwerk, Wirtschaft, Kultur, Kirche, Gastronomie, Landwirtschaft, Naturschutz, Sport, Bildung etc. eingeladen werden. Durch diesen Beirat sollen vor allem weitere Akteure und Betroffene aus dem Untersuchungsgebiet in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden; so kann bei Bedarf auch externer Sachverstand in den Prozeß einfließen. Es ist zu prüfen, inwieweit bestehende Agendaprozesse bereits in die Arbeit des Beirats eingebunden werden können. Wesentliche Teiler­gebnisse aus der Projektbearbeitung werden den beteiligten Kommunen in einem Zwischenbericht vorgelegt. Die Endergebnisse werden nach Fertigstellung des Endberichts vorgestellt.

Das Untersuchungsgebiet beschränkt sich bislang auf die Summe der Gebiete der KAG-Mitglieder aus den Landkreisen Darmstadt-Dieburg (ohne die Stadt Darmstadt) und Groß-Gerau in Hessen sowie Guntersblum in Rheinland-Pfalz. Das Projekt soll bis März 2001 abgeschlossen sein.

Folgender zeitlicher Ablauf des Projektes ist geplant:

1999
Etablierung einer Arbeitsgruppe und detaillierte Definition der Arbeitsschritte Ermittlung wichtiger Emittenten durch Sichtung vorhandener sowie zugänglicher Daten und Karten Gespräche mit ausgewählten Emittenten Etablierung des Beirats.
2000
Qualitative Beschreibung der Schadstoffausbreitung durch die Emittenten Ermittlung von Konfliktpotentialen aufgrund der Emittenten-Immissionssituation Beschreibung kommunaler Handlungsmöglichkeiten -im gesetzlichen Rahmen -im Rahmen der Möglichkeiten der Verwaltung -kooperativ mit Privaten Zwischenbericht Einbindung in Agendaprozesse Erarbeitung eines Maßnahmenkonzeptes -kommunal -privat.
2001
Detailliertes Aufzeigen kurzfristiger Handlungsempfehlungen Darstellung mittel- und langfristiger Handlungsoptionen Beschreibung einer Qualitätskontrolle Endbericht

Es ist -insbesondere beim Umweltmedium Luft- sehr schwierig, in regionalen Zusammenhängen ein­zelne Immissionen eindeutig einem Emittenten zuzuordnen. Gerade deshalb scheint es der KAG besonders wichtig, kommunenübergreifend dieses Problem anzugehen. Ein großes Plus der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft ist die Finanzausstattung der Solidargemeinschaft, die auch Projekte dieser Größenordnung ermöglicht, und so den Mitgliedskommunen wertvolle Dienstleistungen auf dem Gebiet der Umweltvorsorge bei geringen Kosten bieten kann.

Am 2. Dezember 1999 tagte die projektbegleitende Arbeitsgruppe (Handlungs-AG) erstmals. Die Leitung liegt bei der TU Darmstadt. Die Handlungs-AG setzt sich aus Vertretern der folgenden Kommunen und Institutionen zusammen:

Die Mitglieder der Handlungs-AG treffen sich in regelmäßigen Abständen, um die einzelnen Arbeits­schritte vorzustellen, zu diskutieren und zu beschließen. Ein Zwischenbericht soll im Herbst 2000 vorgelegt werden.

Gerne hätten wir Kontakt zu anderen Kommunalen Arbeitsgemeinschaften und Zusammenschlüssen, die sich um die Verbesserung der Luftqualität sorgen oder auf einem ähnlichen Gebiet aktiv sind. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme und sind gerne bereit, Informationen und Erfahrungen weiterzugeben.

Bei Interesse an unseren Gutachten und Stellungnahmen wenden sie sich bitte direkt an die

Kommunale Arbeitsgemeinschaft "SAV Biebesheim"

Geschäftsstelle:

Hans-Jürgen Unger
Rathausplatz 1
64560 Riedstadt

Telefon : 0 61 58 - 181 701
Fax : 0 61 58 - 181 700
E-Mail : umweltamtt@riedstadt.de

Zeittafel

Was hat die KAG schon erreicht?

Zeittafel einiger KAG-Aktivitäten im Bereich "Belastungssituation und Gesundheit"

4/1990 KAG vertritt die Kommunen im Erörterungstermin zum Bau des dritten Ofens der SAV Biebesheim; im Mai 1993 zieht die HIM GmbH den Antrag auf Bau des dritten Ofens zurück
Die KAG erreicht damit ein wichtiges Ziel.
4/1991 Landesregierung sagt Biomonitoring-Programm zu; eine weitere Forderung der KAG ist damit erfüllt
10/1991 KAG veranstaltet Symposium zur Sonderabfallverbrennung in Hessen
11/1991 Meteorologisches Gutachten von Prof. Groß im Auftrag der KAG und der HLfU zeigt die räumliche Betroffenheit durch Emissionen der SAV über den Radius der TA Luft hinaus
5/1992 KAG-Forum "Schadstoff- und Gesundheitsheitsbelastung im Raum Biebesheim" Diskussion zwischen KAG-Gutachtern und Behördenvertretern
12/1991 - 3/1992 KAG bringt ihre Forderungen betreffend Standorte, Bioindikatoren und Stoffanalytik im "Studienbegleitenden Arbeitskreis Biomonitoring" ein.
KAG koordiniert Errichtung der Standorte für das ökosystemare Monitoring zusammen mit der Uni Giessen und der HLfU
10/1992 Stellungnahme der KAG zum Regionalen Raumordnungsgutachten mit den Forderungen:
  • eine Kapazitätserweiterung der SAV Biebesheim
  • Verminderung der Immissionen
  • keine weitere Ansiedlung emittierender Industrie
2/1993 Stellungnahme der KAG zum Entwurf des Regionalen Raumordnungsplanes Südhessen
bis 2/1993 insgesamt fünf Beprobungen und Kartierungen von "HIM-Schnee-Ereignissen"
4/1993 Podiumsdiskussion veranstaltet von KAG/TH Darmstadt/Öko-Institut: "Wird in Hessen die Zukunft verschlafen?" - Konzepte für eine bessere Sonderabfallentsor-gung
3/1994 Konstituierung der "Projektbegleitenden Arbeitsgruppe zum Human-Biomonitoring" unter Beteiligung der KAG; zur fachlichen Begleitung und Vertretung im Arbeitskreis beauftragt die KAG die Biochemikerin Dr. Schmincke
11/1994 KAG legt Gutachten über die Zusatzbelastung der Luft und des Bodens durch die Schadstoffemissionen der SAV Biebesheim vor.
  • Die berechneten räumlichen Schadstoffverteilungen liefern eine wichtige Orientierung für das Biomonitoring und Humanbiomonitoring, wo relevante Belastungen zu erwarten sind
  • Ferntransport der Schadstoffemissionen der SAV Biebesheim bis zu den Randhöhen des Rheintals wurde bestätigt
  • Die vermutete Akkumulation von Schadstoffen und hoher Immisionsspitzen bei Inversionswetterlagen hat sich als zutreffend erwiesen
  • Form und Entstehung des sog. HIM-Schnees konnte erklärt werden
11/1994 KAG-Gutachten zur Immissionsbelastung in Riedstadt-Crumstadt durch Öffnen der Sicherheitsauslässe der SAV Biebesheim
3/1995 KAG legt Stellungnahme zum Hessischen Landesabfallentsorgungsplan vor und initiiert Informationsgespräch zum Abfallentsorgungsplan mit Vertretern des Umweltministeriums und der HLfU
5/1996 Umweltqualitätszielkonzept Lufthygiene, Vorstudie erstellt von der TU Darmstadt im Auftrag der KAG
Ziel der Arbeit ist es, die Daten und Kenntnisse zur Region so aufzubereiten, daß daraus lufthygienische Qualitätsziele abgeleitete werden können. Am Ende soll ein von allen KAG-Kommunen getragenes Maßnahmen- und Aktivitätenprogramm stehen, wie die Luftbelastung in der Region ganz konkret verringert werden kann
12/1996 Das Verwaltungsgericht Darmstadt bestätigt erstmals, daß die Stadt Riedstadt durch Schadstoffemissionen der HIM betroffen sein kann, obwohl sie keine Grundstücke in dem durch die TA Luft rechtlich normierten Einwirkungsbereich der Anlage besitzt.
3/1997 KAG-Gutachten zur Dioxinbelastung in der Umgebung der SAV Biebesheim, bestätigt, daß dieser Bereich zu den höher belasteten Regionen Deutschlands gehört......

Human-Biomonitoring

Ziel der humanmedizinischen Untersuchungen ist es, die Belastungssituation durch Um­welt­schad­stoffe der in der Region um die SAV Biebesheim lebenden Bevölkerung zu be­stimmen und mögliche gesundheitliche Auswirkungen zu erfassen. Dazu wurden 670 Kinder aus ver­schiedenen Untersu­chungsgebieten im Bereich Biebes­heim und im Odenwald (als Ver­gleichsregion) medizinisch unter­sucht. So sollen Er­krankun­gen der Atemwege, allergische Erkrankungen und Belastungen durch Schwerme­talle und Organochlor­ver­bindungen erkannt werden. Die gewonnenen Daten werden auf regionale Unterschiede und Zusammenhänge mit Umweltbelastungen überprüft. Zusätzlich zu den Probanden-Un­tersuchungen wurden an 8 Orten mit je drei Meßstellen Luftschadstoff­messungen durchge­führt. Ein Teil der Kinder wurde über drei Jahre hinweg regelmäßig un­ter­sucht, um Verän­derungen in den erhobenen Daten zu erkennen. Mit der Durchführung des Projekts beauftragt ist das NORDIG-Institut für Gesundheitsforschung in Ham­burg. Das Untersuchungsprogramm stellt ein um­fassendes und systematisches und nur mit wenigen Untersuchungen in der BRD vergleichbares Pro­jekt dar.

Im Juni 1999 wurde der Abschlussbericht des Projektes dem Ministerium vorgelegt.
In dem Abschlussbericht wird ausgeführt, daß keine unmittelbare gesundheitliche Gefahr für einzelne Personen vorliegt, aber einige Auffälligkeiten, die erklä­rungsbedürftig sind. Bei Kindern aus Gemein­den nahe der SAV wurde z.B. deutlich mehr Quecksilber im Harn gefunden. Auch sind die Kinder im SAV-Einzugsge­biet signifikant höher mit Chrom, einigen Polychlorierten Biphenylen (PCB) , b-HCH, Hexachlorbenzol (HCB) und DDE belastet und haben häufiger asthmatypische Beschwer­den und Erkrankungen der Atemwege als in den Kon­trollregionen.
Die Gutachter empfehlen ausdrücklich eine zielgerichtete zusammenführende Bewertung der drei Biomonitoring-Untersuchungen (ökosystemares, landwirtschaftliches und Humanbiomonitoring) zur Beurteilung der Belastungssituation der Umwelt in der Region um die SAV Biebesheim, damit Empfeh­lungen und Handlungsansätze entwickelt werden, die den Menschen in den einzelnen Kommunen gerecht werden.

<> Das Sozialministerium plante für das Frühjahr 2000 die Herausgabe einer etwa 50-seitigen Broschüre zum Humanbiomonitoring. Zielgruppe sollte die interessierte, nicht medizi­nisch vorgebildete öffentlich­keit im Untersuchungsgebiet sein. Die Broschüre sollte in allge­mein verständlicher Form über die Ergeb­nisse der Studie informieren. Darüber hinaus sollen aber auch alle das Projekt begleitenden Grup­pierungen und Institutionen wie Gesundheits­ämter, Bürgerinitiativen, Umweltverbände, niederge­lassene Ärzte, Elternvertreter und die KAG aus­führlich zu Wort kommen. Der Aufbau der Broschüre orientiert sich an den Fragen und ängsten der Bevölkerung, die zum vehementen Einsatz für die Studie führten. Auch wird die KAG in dem Heft eine erste Bewertung der Ergebnisse aus kommu­naler Sicht vornehmen und die sich aus den Befunden ergebenden Forderungen an die Politik formu­lieren.

Weil die Broschüre noch immer nicht erschienen ist,hat die KAG sich an das Ministerium und die Presse gewandt -> Pressemitteilung der KAG vom 31.08.2000

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