KAG
Inhalt
- Was ist die KAG ?
- Wer ist Mitglied ?
- Was will die KAG?
- Was wird konkret getan ?
- Gutachten und Stellungnahmen
- Aktuelles
- Handlungsempfehlungen Klimaschutz
- Links
- Zeittafel der KAG Aktivitäten
- Human-Biomonitoring
Was ist die KAG ?
Die kommunale Arbeitsgemeinschaft "SAV Biebesheim", wurde 1989 gegründet und ist ein Zusammenschluß von derzeit acht Gemeinden/Städten und zwei Landkreisen
(in Hessen und Rheinland-Pfalz) im Einwirkungsbereich der Sondermüllverbrennungsanlage Biebesheim.
Die Kommunen der Arbeitsgemeinschaft haben sich zur Aufgabe gesetzt, gemeinsam berührende Angelegenheiten im Zusammenhang mit der SAV zu beraten und ein abgestimmtes
Vorgehen sicherzustellen.
Wer ist Mitglied ?
Die gesetzliche Grundlage der KAG bildet der zweite Abschnitt des Gesetzes über kommunale Gemeinschaftsarbeit (KGG). Danach können Gemeinden und Landkreise durch Vereinbarung kommunale Arbeitsgemeinschaften bilden. Die kommunale Arbeitsgemeinschaft ist ein Zusammenschluß ohne eigene Rechtspersönlichkeit; die Zuständigkeit der Beteiligten als Träger der Aufgaben und Befugnisse bleibt unberührt.
Der gemeinsamen Vereinbarung der KAG haben die folgenden Kommunen zugestimmt:
- Gemeinde Alsbach -Hähnlein
- Gemeinde Bickenbach
- Gemeinde Biebesheim
- Stadt Griesheim
- Gemeinde Guntersblum (Rheinland-Pfalz)
- Stadt Riedstadt
- Gemeinde Seeheim-Jugenheim
- Gemeinde Stockstadt
- Landkreis Groß-Gerau
- Landkreis Darmstadt-Dieburg
Was will die KAG ?
Während in den ersten Jahren der KAG-Arbeit die Vertretung der Interessen der Kommunen als Einwender im Planfeststellungsverfahren zum dritten Ofen der SAV Biebesheim und damit auch die Untersuchung des Gefährdungspotentials der Emissionen der SAV im Vordergrund stand, richtet sich das Augenmerk zunehmend auf die Grundbelastung des Raumes und eine Verbesserung der Gesamtimmissionssituation. Die Stärke der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft "SAV Biebesheim" war und ist die Vertretung kommunaler Interessen weit über politische Lippenbekenntnisse hinaus. Die Finanzausstattung der Solidargemeinschaft ermöglicht es, fachlich fundiert Stellung zu beziehen und die Interessen der Region -auch durch die Beschreitung des Rechtswegs- durchzusetzen.
Die KAG setzt sich dafür ein,
- dass die SAV Biebesheim nur in dem Umfang betrieben wird, wie es bei Ausschöpfung der vorhandenen Vermeidungs- und Verwertungsmöglichkeiten und Einsatz alternativer Behandlungstechniken zur Sicherstellung der hessischen Entsorgungssicherheit notwendig ist
- dass die Verbrennung von Sonderabfällen in der SAV Biebesheim auf hessische Sonderabfälle beschränkt wird
- dass die Entsorgung nicht vermeid- oder verwertbarer Abfälle unter Ausschöpfung der technischen Möglichkeiten so umweltschonend wie möglich vorgenommen wird
- dass einer der beiden Biebesheimer Öfen der SAV in Kaltreserve genommen wird, da die Kapazität eines Ofens für die hessischen Sonderabfälle genügt
- dass die HIM GmbH ein Gesamtgenehmigungsverfahren für die SAV Biebesheim beantragt, um endlich die notwendige rechtliche Klarheit des Anlagenbetriebs zu schaffen
- dass regelmäßig Daten zur Erstellung eines umweltbezogenen Gesundheitskatasters erhoben werden
- dass es nicht bei der Erhebung von Daten bleibt, sondern erkannte Belastungen zu Handlungsempfehlungen für die Kommunen und die Bevölkerung führen
Um dies zu erreichen
- lässt die KAG Gutachten und Stellungnahmen zu technischen und rechtlichen Aspekten des Betriebs der SAV Biebesheim anfertigen
- engagiert sich die KAG in verschiedenen Arbeitskreisen der Ministerien
- ist die KAG Mitglied im Umweltbeirat HIM Biebesheim (noch kein Link)
- findet ein ständiger Informations- und Meinungsaustausch mit den verantwortlichen Politikern (http://www.landtag.hessen.de/) statt
- werden Infoveranstaltungen und Podiumsdiskussionen zu umweltrelevanten Themen der Region durchgeführt
- sucht die KAG die Zusammenarbeit mit den regionalen Bürgergruppen und Umweltverbänden
- bezieht die KAG öffentlich Position zu allen regional bedeutsamen umwelt- und gesundheitspolitischen Fragestellungen
- bringt die KAG ihre Petitionen und Forderungen auf Landes-, Bundes- und Europaebene in die politischen Gremien ein
- scheut die KAG nicht den Weg vor die Gerichte, um die Interessen der Region durchzusetzen
Was wird konkret getan ? Die Arbeitsschwerpunkte der KAG
- Aktivitäten gegen den Import italienischer Sonderabfälle zur SAV Biebesheim
- Fachliche Begleitung der Genehmigungsanträge der HIM GmbH und Vertretung der KAG-Kommunen in Genehmigungsverfahren
- Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für den Klimaschutz unserer Mitgliedskommunen
- Bewertung der Neuplanungen der HIM GmbH am Standort Biebesheim
- Humanbiomonitoring-Projekt in der Umgebung der SAV Biebesheim:
- Mitarbeit im studienbegleitenden Arbeitskreis
- Auswertung der Ergebnisse aus kommunaler Sicht
Gutachten und Stellungnahmen
| Verfasser | Thema | Fertigstellung |
|---|---|---|
| EPEA Dr. Braungart, N. Fuchsloch | Gutachterliche Stellungnahme zur geplanten Erweiterung der SAV Biebesheim | 11/89 |
| Öko-Institut | Gutachterliche Stellungnahme "Ist der 3. Ofen nötig?" | 8/91 |
| Öko-Institut G. Dehoust | Gutachterliche Stellungnahme zu der vorgesehenen Nachrüstung des geplanten 3. Ofens der SAV Biebesheim | 8/91 |
| Ambimet Prof. G. Groß et al. | Modellrechnungen zu den Strömungsverhältnissen im Raum Biebesheim und Berechnung der Ausbreitung von Luftbeimengungen | 11/91 |
| Öko-Institut | Vergleich der Verbrennungstechnik der geplanten Linie III mit den bestehenden Linien I+II der SAV Biebesheim | 3/93 |
| Öko-Institut W. Jenseit | Emissionsminderung durch Steuerung des Inputs bei der SAV Biebesheim | 8/93 |
| RA W. Baumann | Rechtsgutachten zur Genehmigungssituation der SAV Biebesheim | 7/94 |
| Öko-Institut, G. Both/Dehoust | Stellungnahme zum Hessischen Landesabfallentsorgungsplan, Teilplan 2 | 11/94 |
| Ingenieurbüro Kumm, Angelow & Krebs, Offenbach | Berechnung der Immissionszusatzbelastung durch Emissionen der SAV Biebesheim | 12/94 |
| Öko-Institut Gebhardt/Fendler | Stellungnahme zum Untersuchungsrahmen der UVU im Rahmen des Antrags auf Betrieb einer Vorbehandlungsanlage für feste Abfallstoffe in der SAV Biebesheim | 1/95 |
| Institut für Umweltrecht, Bremen Niels Griem | Stellungnahme zu der Frage "Löst die Festsetzung eines eng definierten Einzugsgebietes für eine vom Träger der Sonderabfallentsorgung betriebene SAV im Abfallentsorgungsplan eine Schadensersatzpflicht gegenüber dem Betreiber aus?" | 4/95 |
| H. Kumm | Auswertung der Winddaten des Standorts Biblis im Hinblick auf die Berechnung der Immissionszusatzbelastung durch Emissionen der SAV Biebesheim | 5/95 |
| TH Darmstadt WAR Institut | Umweltqualitätszielkonzept Lufthygiene der KAG Abschlussbericht der Phase 1 | 5/96 |
| T. Merz | Immissionen an PCDD/F durch Öffnen der Sicherheitsauslässe der Straße I und II der SAV B. | 6/96 |
| Öko-Institut, R. Fendler | Stellungnahme zu ausgewählten Fragestellungen im Verfahren "Sicherheitsauslässe" | 6/96 |
| H. Kumm | Stellungnahme zur prognostizierten Immissionsbelastung in Crumstadt bei einer Emission aus dem Sicherheitsauslaß der SAV B. | 6/96 |
| G. Angelow | Immisionsprognose für Emissionen aus den Sicherheitsauslässen der SAV Biebesheim | 6/96 |
| Öko-Institut, W. Eberhardt | Stellungnahme zu der Abfallmengenprognose für Hessen | 6/96 |
| Öko-Institut R. Fendler | Technische und rechtliche Prüfung der Modifikationen des Abfallannahmekatalogs der SAV Biebesheim | 12/96 |
| T. Merz | Dioxinbelastung in der Umgebung der SAV Biebesheim | 3/97 |
| Öko-Institut R. Fendler | Vergleich der Bescheide NOx-Minderung für die SAV Biebesheim | 6/97 |
| RA Baumann RA Hoffmann | Rechtsgutachten betr. "Ausnahmegenehmigung zur Verbringung von italienischem Sondermüll in die SAV Biebesheim" | 6/97 |
| Öko-Institut R. Fendler | Prüfung der Gesamtsicherheitsanalyse der SAV Biebesheim auf Vollständigkeit | 12/97 |
| RA Baumann | Rechtl. Stellungnahme zum Gutachten von Prof. v. Wilmowsky zu den rechtl. Möglichkeiten Sonderabfallimporte zu verhindern | 4/98 |
| Öko-Institut R. Fendler | Aktennotiz zur Besichtigung der SMVA der BASF in Ludwigshafen am 28.05.1998 | 6/98 |
| Öko-Institut Fendler/Dehoust/Gebhardt | Vergleich der 1970 - 1982 am Standort Biebesheim genehmigten bzw. planfestgestellten Verbrennungsanlagen (Verfahren Stillegung) | 9/98 |
| Öko-Institut R. Fendler | Klage der Gem. Riedstadt auf Stillegung Vorbereitung des 2. Verhandlungstages | 10/98 |
Bei Interesse an unseren Gutachten und Stellungnahmen wenden sie sich bitte direkt an die
Kommunale Arbeitsgemeinschaft "SAV Biebesheim"
Geschäftsstelle:
Hans-Jürgen Unger
Rathausplatz 1
64560 Riedstadt
Telefon : 0 61 58 - 181 701
Fax : 0 61 58 - 181 700
E-Mail : umweltamtt@riedstadt.de
Aktuelles
Pressemitteilung der KAG vom 31. August 2000
Humanbiomonitoring
Kindergesundheitsstudie im hessischen Ried
Seit Anfang des Jahres liegt die fertige Broschüre mit den Ergebnissen der großen südhessischen Kindergesundheitsstudie im Sozialministerium auf Eis.
Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft "SAV Biebesheim" (KAG) befürchtet, dass der Bevölkerung Erkenntnisse zur Umweltbelastung und Gesundheit der Kinder
absichtlich vorenthalten werden sollen.
Bei der Gesundheitsstudie wurden zwischen 1994 bis 1997 über 600 Grundschulkinder untersucht. Es sollte herausgefunden werden, wie sehr die Kinder im Umfeld der Sonderabfallverbrennungsanlage Biebesheim durch Umweltschadstoffe gesundheitlich belastet sind. Aus den vielen Ergebnissen hat das Sozialministerium in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Umweltinitiativen und der KAG eine allgemein verständliche Broschüre gezimmert. Das Heft sollte schon 1999 in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und an alle untersuchten Familien und Interessierten verteilt werden. Daraus wird wohl vorerst nichts, fürchtet die Arbeitsgemeinschaft. Das Hessische Sozialministerium kann sich offenbar nicht mehr zur Veröffentlichung entschließen.
Mehr als 600 Familien haben über drei Jahre freiwillig an dem aufwendigen Projekt mitgearbeitet. Die Eltern beantworteten lange Fragebögen. Die Kinder ließen ihre Lungen testen,
gaben Blut-, Urin- und Haarproben ab. Das ist nun schon bald vier Jahre her. Und das Unverständnis in der Bevölkerung über die Heimlichtuerei mit den Ergebnissen wächst immer mehr.
Der KAG-Vorsitzende und Riedstädter Bürgermeister, Gerald Kummer, meint, dass den beteiligten Familien der Wunsch nach öffentlicher Dokumentation der Ergebnisse nicht
verwehrt werden darf. "Nur wenn die Erkenntnisse der Studie für alle verständlich dargestellt werden, kann eine Diskussion über vorbeugenden Gesundheitsschutz überhaupt erst
stattfinden."
Deshalb haben sich die in der KAG zusammengeschlossenen Gemeinden und Landkreise schriftlich beim Sozialministerium dafür stark gemacht, dass die Broschüre nun endlich veröffentlicht wird. Wie ursprünglich vorgesehen soll das Ministerium im Ried eine öffentliche Veranstaltung zur Vorstellung der Gesundheitsstudie durchführen. "Das wäre auch der passende Rahmen um den beteiligten Familien Dank für ihre aufwendige Mitarbeit zu sagen und zu erklären, weshalb aktuelle Daten zur Gesundheit jahrelang in den Ministeriumsschubladen verschwinden", findet der KAG-Vorsitzende.
Handlungsempfehlungen zum Klimaschutz
Bei dem Vorhaben der Verbesserung der Gesamtimmissionssituation im KAG-Gebiet ist eine zentrale Frage, welche Handlungsoptionen für Kommunen bzw. kommunale Zusammenschlüsse zur Minderung der Immissionen erfolgversprechend erscheinen. Hier sind Methoden von Interesse, kooperativ mit den Emittenten zusammen Handlungskonzepte zu erarbeiten, um über die gesetzlichen Möglichkeiten hinaus die Immissionssituation zu verbessern. Wegen fehlender eindeutiger Ursache- Wirkungsbeziehungen kann der Erfolg einzelner Maßnahmen kaum großflächig quantifiziert werden, er muß vielmehr an der Verbesserung der Gesamtbelastung, dem gesteigerten Problembewußtsein der Bevölkerung, dem Imagegewinn der Gemeinden und der Zusammenarbeit mit den Emittenten gemessen werden.
Bereits 1996 hat das Fachgebiet Umwelt- und Raumplanung, Institut WAR der TU Darmstadt im Auftrag der KAG Vorarbeiten für ein Umweltqualitätszielkonzept geleistet.
Es wurde die vorhandene Datenlage gesichtet und bewertet sowie neue Informationsquellen erschlossen. Auch wurden Emissionen des Straßenverkehrs ermittelt und der
Aufbau eines Umweltqualitätszielsystems für die KAG konzeptioniert.
Am 9. September 1999 beschloss der KAG-Arbeitsausschuss, das Fachgebiet Umwelt- und Raumplanung der TU Darmstadt mit der Entwicklung von Handlungsempfehlungen
für den Umweltbereich Luft zu beauftragen. Die Leitung hat Herr Prof. Dr.-Ing. Hans Reiner Böhm.
Ziel des Projektes ist es, in einem kooperativen Prozeß mit den Kommunen und Emittenten des Gebietes der KAG (bei Interesse weiterer Gebietskörperschaften auch
darüber hinaus) Handlungsoptionen zu entwickeln, um vor allem in besonders belasteten Teilgebieten die allgemeine Immissionssituation verbessern zu können. Außerdem sollen
Möglichkeiten untersucht werden, wie vorhandene und potentielle Agendaprozesse in dieses Handlungskonzept eingebunden werden können. Der spezielle organisatorische Aufbau
des Projektes bietet den Beteiligten die Möglichkeit, auch nach Beendigung des Projektes die neuen Strukturen und Kooperationen weiterzuführen.
Projektorganisation
Die einzelnen Arbeitsschritte dieses Projektes sollen in einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe "Handlungs-AG" bestehend aus etwa zehn Akteuren aus den Bereichen Verwaltung,
Wirtschaft, Umweltverbände etc. vorgestellt, diskutiert und beschlossen werden. Die Arbeitsgruppe soll unter der Leitung der TU Darmstadt agieren. Es sind dazu geeignete Personen
anhand ihrer Funktion und beruflichen Erfahrung und fachlichen Kompetenz auszuwählen und die Bereitschaft zu einer regelmäßigen Teilnahme sicherzustellen. Die Mitglieder der
Handlungs-AG sollen zugleich einem "Beirat" angehören, zu dem weitere Akteure aus verschiedenen gesellschaftliche Bereichen wie Verwaltung, Politik, Handwerk, Wirtschaft, Kultur,
Kirche, Gastronomie, Landwirtschaft, Naturschutz, Sport, Bildung etc. eingeladen werden. Durch diesen Beirat sollen vor allem weitere Akteure und Betroffene aus dem
Untersuchungsgebiet in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden; so kann bei Bedarf auch externer Sachverstand in den Prozeß einfließen. Es ist zu prüfen, inwieweit
bestehende Agendaprozesse bereits in die Arbeit des Beirats eingebunden werden können. Wesentliche Teilergebnisse aus der Projektbearbeitung werden den beteiligten Kommunen
in einem Zwischenbericht vorgelegt. Die Endergebnisse werden nach Fertigstellung des Endberichts vorgestellt.
Das Untersuchungsgebiet beschränkt sich bislang auf die Summe der Gebiete der KAG-Mitglieder aus den Landkreisen Darmstadt-Dieburg (ohne die Stadt Darmstadt) und Groß-Gerau in Hessen sowie Guntersblum in Rheinland-Pfalz. Das Projekt soll bis März 2001 abgeschlossen sein.
Folgender zeitlicher Ablauf des Projektes ist geplant:
- 1999
- Etablierung einer Arbeitsgruppe und detaillierte Definition der Arbeitsschritte Ermittlung wichtiger Emittenten durch Sichtung vorhandener sowie zugänglicher Daten und Karten Gespräche mit ausgewählten Emittenten Etablierung des Beirats.
- 2000
- Qualitative Beschreibung der Schadstoffausbreitung durch die Emittenten Ermittlung von Konfliktpotentialen aufgrund der Emittenten-Immissionssituation Beschreibung kommunaler Handlungsmöglichkeiten -im gesetzlichen Rahmen -im Rahmen der Möglichkeiten der Verwaltung -kooperativ mit Privaten Zwischenbericht Einbindung in Agendaprozesse Erarbeitung eines Maßnahmenkonzeptes -kommunal -privat.
- 2001
- Detailliertes Aufzeigen kurzfristiger Handlungsempfehlungen Darstellung mittel- und langfristiger Handlungsoptionen Beschreibung einer Qualitätskontrolle Endbericht
Es ist -insbesondere beim Umweltmedium Luft- sehr schwierig, in regionalen Zusammenhängen einzelne Immissionen eindeutig einem Emittenten zuzuordnen. Gerade deshalb scheint es der KAG besonders wichtig, kommunenübergreifend dieses Problem anzugehen. Ein großes Plus der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft ist die Finanzausstattung der Solidargemeinschaft, die auch Projekte dieser Größenordnung ermöglicht, und so den Mitgliedskommunen wertvolle Dienstleistungen auf dem Gebiet der Umweltvorsorge bei geringen Kosten bieten kann.
Am 2. Dezember 1999 tagte die projektbegleitende Arbeitsgruppe (Handlungs-AG) erstmals. Die Leitung liegt bei der TU Darmstadt. Die Handlungs-AG setzt sich aus Vertretern der folgenden Kommunen und Institutionen zusammen:
- Landkreis Darmstadt-Dieburg
- Landkreis Groß-Gerau
- Gemeinde Biebesheim
- Stadt Griesheim
- Gemeinde Guntersblum
- KAG
- RP Darmstadt/Staatliches Umweltamt
- IHK
- Fa. Merck
- BUND
- AGU Biebesheim und Crumschter gegen SAV
Die Mitglieder der Handlungs-AG treffen sich in regelmäßigen Abständen, um die einzelnen Arbeitsschritte vorzustellen, zu diskutieren und zu beschließen. Ein Zwischenbericht soll im Herbst 2000 vorgelegt werden.
Links: Mit wem ziehen wir an einem Strang ?
- Crumschter gegen SVA
- BUND
- AGU Biebesheim
- Öko-Institut
- Koordinationsstelle Genehmigungsverfahren
- Rechtsanwälte Baumann Krüger Eiding
- TU Darmstadt, Institut WAR
Gerne hätten wir Kontakt zu anderen Kommunalen Arbeitsgemeinschaften und Zusammenschlüssen, die sich um die Verbesserung der Luftqualität sorgen oder auf einem ähnlichen Gebiet aktiv sind. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme und sind gerne bereit, Informationen und Erfahrungen weiterzugeben.
Bei Interesse an unseren Gutachten und Stellungnahmen wenden sie sich bitte direkt an die
Kommunale Arbeitsgemeinschaft "SAV Biebesheim"
Geschäftsstelle:
Hans-Jürgen Unger
Rathausplatz 1
64560 Riedstadt
Telefon : 0 61 58 - 181 701
Fax : 0 61 58 - 181 700
E-Mail : umweltamtt@riedstadt.de
Zeittafel
Was hat die KAG schon erreicht?
Zeittafel einiger KAG-Aktivitäten im Bereich "Belastungssituation und Gesundheit"
| 4/1990 | KAG vertritt die Kommunen im Erörterungstermin zum Bau des dritten Ofens der SAV Biebesheim; im Mai 1993 zieht die HIM GmbH den Antrag auf Bau des dritten Ofens zurück Die KAG erreicht damit ein wichtiges Ziel. |
| 4/1991 | Landesregierung sagt Biomonitoring-Programm zu; eine weitere Forderung der KAG ist damit erfüllt |
| 10/1991 | KAG veranstaltet Symposium zur Sonderabfallverbrennung in Hessen |
| 11/1991 | Meteorologisches Gutachten von Prof. Groß im Auftrag der KAG und der HLfU zeigt die räumliche Betroffenheit durch Emissionen der SAV über den Radius der TA Luft hinaus |
| 5/1992 | KAG-Forum "Schadstoff- und Gesundheitsheitsbelastung im Raum Biebesheim" Diskussion zwischen KAG-Gutachtern und Behördenvertretern |
| 12/1991 - 3/1992 | KAG bringt ihre Forderungen betreffend Standorte, Bioindikatoren und Stoffanalytik im "Studienbegleitenden Arbeitskreis Biomonitoring" ein. KAG koordiniert Errichtung der Standorte für das ökosystemare Monitoring zusammen mit der Uni Giessen und der HLfU |
| 10/1992 | Stellungnahme der KAG zum Regionalen Raumordnungsgutachten mit den Forderungen:
|
| 2/1993 | Stellungnahme der KAG zum Entwurf des Regionalen Raumordnungsplanes Südhessen |
| bis 2/1993 | insgesamt fünf Beprobungen und Kartierungen von "HIM-Schnee-Ereignissen" |
| 4/1993 | Podiumsdiskussion veranstaltet von KAG/TH Darmstadt/Öko-Institut: "Wird in Hessen die Zukunft verschlafen?" - Konzepte für eine bessere Sonderabfallentsor-gung |
| 3/1994 | Konstituierung der "Projektbegleitenden Arbeitsgruppe zum Human-Biomonitoring" unter Beteiligung der KAG; zur fachlichen Begleitung und Vertretung im Arbeitskreis beauftragt die KAG die Biochemikerin Dr. Schmincke |
| 11/1994 | KAG legt Gutachten über die Zusatzbelastung der Luft und des Bodens durch die Schadstoffemissionen der SAV Biebesheim vor.
|
| 11/1994 | KAG-Gutachten zur Immissionsbelastung in Riedstadt-Crumstadt durch Öffnen der Sicherheitsauslässe der SAV Biebesheim |
| 3/1995 | KAG legt Stellungnahme zum Hessischen Landesabfallentsorgungsplan vor und initiiert Informationsgespräch zum Abfallentsorgungsplan mit Vertretern des Umweltministeriums und der HLfU |
| 5/1996 | Umweltqualitätszielkonzept Lufthygiene, Vorstudie erstellt von der TU Darmstadt im Auftrag der KAG Ziel der Arbeit ist es, die Daten und Kenntnisse zur Region so aufzubereiten, daß daraus lufthygienische Qualitätsziele abgeleitete werden können. Am Ende soll ein von allen KAG-Kommunen getragenes Maßnahmen- und Aktivitätenprogramm stehen, wie die Luftbelastung in der Region ganz konkret verringert werden kann |
| 12/1996 | Das Verwaltungsgericht Darmstadt bestätigt erstmals, daß die Stadt Riedstadt durch Schadstoffemissionen der HIM betroffen sein kann, obwohl sie keine Grundstücke in dem durch die TA Luft rechtlich normierten Einwirkungsbereich der Anlage besitzt. |
| 3/1997 | KAG-Gutachten zur Dioxinbelastung in der Umgebung der SAV Biebesheim, bestätigt, daß dieser Bereich zu den höher belasteten Regionen Deutschlands gehört...... |
Human-Biomonitoring
Ziel der humanmedizinischen Untersuchungen ist es, die Belastungssituation durch Umweltschadstoffe der in der Region um die SAV Biebesheim lebenden Bevölkerung zu bestimmen und mögliche gesundheitliche Auswirkungen zu erfassen. Dazu wurden 670 Kinder aus verschiedenen Untersuchungsgebieten im Bereich Biebesheim und im Odenwald (als Vergleichsregion) medizinisch untersucht. So sollen Erkrankungen der Atemwege, allergische Erkrankungen und Belastungen durch Schwermetalle und Organochlorverbindungen erkannt werden. Die gewonnenen Daten werden auf regionale Unterschiede und Zusammenhänge mit Umweltbelastungen überprüft. Zusätzlich zu den Probanden-Untersuchungen wurden an 8 Orten mit je drei Meßstellen Luftschadstoffmessungen durchgeführt. Ein Teil der Kinder wurde über drei Jahre hinweg regelmäßig untersucht, um Veränderungen in den erhobenen Daten zu erkennen. Mit der Durchführung des Projekts beauftragt ist das NORDIG-Institut für Gesundheitsforschung in Hamburg. Das Untersuchungsprogramm stellt ein umfassendes und systematisches und nur mit wenigen Untersuchungen in der BRD vergleichbares Projekt dar.
Im Juni 1999 wurde der Abschlussbericht des Projektes dem Ministerium vorgelegt.
In dem Abschlussbericht wird ausgeführt, daß keine unmittelbare gesundheitliche Gefahr für einzelne Personen vorliegt, aber einige Auffälligkeiten, die erklärungsbedürftig
sind. Bei Kindern aus Gemeinden nahe der SAV wurde z.B. deutlich mehr Quecksilber im Harn gefunden. Auch sind die Kinder im SAV-Einzugsgebiet signifikant höher
mit Chrom, einigen Polychlorierten Biphenylen (PCB) , b-HCH, Hexachlorbenzol (HCB) und DDE belastet und haben häufiger asthmatypische Beschwerden und
Erkrankungen der Atemwege als in den Kontrollregionen.
Die Gutachter empfehlen ausdrücklich eine zielgerichtete zusammenführende Bewertung der drei Biomonitoring-Untersuchungen (ökosystemares, landwirtschaftliches und Humanbiomonitoring)
zur Beurteilung der Belastungssituation der Umwelt in der Region um die SAV Biebesheim, damit Empfehlungen und Handlungsansätze entwickelt werden, die den
Menschen in den einzelnen Kommunen gerecht werden.
Weil die Broschüre noch immer nicht erschienen ist,hat die KAG sich an das Ministerium und die Presse gewandt -> Pressemitteilung der KAG vom 31.08.2000
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