„Mit Freude, Ungeduld und großem Respekt“

Marcus Kretschmann erhält Ernennungsurkunde aus der Hand seines Amtsvorgängers Werner Amend

Marcus Kretschmann leistet seinen Diensteid (links: Werner Amend, Mitte: Niels Quante)
Marcus Kretschmann leistet seinen Diensteid (links: Werner Amend, Mitte: Niels Quante)
Werner Amend bei seiner Abschiedsrede mit Rückblick auf sechs Jahre Amtszeit
Werner Amend bei seiner Abschiedsrede mit Rückblick auf sechs Jahre Amtszeit
Der Präsident des französischen Verschwisterungskomitees Robert Coquin begrüßt die Familie des neuen Bürgermeisters
Der Präsident des französischen Verschwisterungskomitees Robert Coquin begrüßt die Familie des neuen Bürgermeisters
Blick in die vollbesetzte Christoph-Bär-Halle
Blick in die vollbesetzte Christoph-Bär-Halle
Antrittsrede mit Zielangabe: Bürgermeister Marcus Kretschmann
Antrittsrede mit Zielangabe: Bürgermeister Marcus Kretschmann

Es war vermutlich die längste Sitzung des Stadtparlamentes mit der kleinsten Tagesordnung. Dafür war die 9. Sitzung der Riedstadt Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Dienstag (28. März) aber auch etwas ganz besonders. In der Christoph-Bär-Halle Goddelau ging es ausschließlich um die Einführung, Verpflichtung und Ernennung des im November 2016 neu gewählten Bürgermeisters Marcus Kretschmann (CDU). Im offiziellen Teil hatte Stadtverordnetenvorsteher Niels Quante (SPD) den neuen Rathauschef mit Handschlag auf die gewissenhafte Erfüllung seiner Aufgaben verpflichtet und den Diensteid abgenommen. Der bis Ende März amtierende Bürgermeister Werner Amend (parteilos) überreichte seinem Nachfolger die Ernennungsurkunde.  

In seiner Abschiedsrede ging Werner Amend auf seine sechsjährige Amtszeit ein und dankte insbesondere den Magistratskollegen und Stadtverordneten für eine nicht immer leichte, aber letztendlich erfolgreiche Zusammenarbeit. Für seine Unterstützung dankte er neben seiner Familie auch den Mitarbeitern der Verwaltung sowie seinen beiden Stellvertretern Erika Zettel und Andreas Hirsch.  

In seinem Rückblick ging Amend vorrangig auf die Finanzlage der Stadt ein, die sich am Ende seiner Amtszeit wesentlich besser darstellt, als mit den 6,2 Millionen Defizit im Jahr 2011. Nach dem ausgeglichenen Haushalt im Vorjahr schließe der Plan für 2017 sogar mit einem leichten Plus ab. „Das ist eine gute Basis, auf der aufgebaut werden kann“, sagte er mit Blick auf seinen Nachfolger.  

Niels Quante eröffnete schließlich den Marathon der insgesamt 19 Grußworte, in denen einerseits dem scheidenden Bürgermeister für eine konstruktive Zusammenarbeit gedankt und dem neuen Stadtoberhaupt eine glückliche Hand für die vor ihm liegenden neuen Aufgaben gewünscht wurde. Der Abend wurde dabei musikalisch von der Bläserklasse der Martin-Niemöller-Schule umrahmt.  

Staatssekretär Thomas Metz überbrachte die Grüße der Landesregierung. Der Groß-Gerauer Bürgermeister Stefan Sauer sprach für seine Amtskollegen im Kreis, der Erste Kreisbeigeordneter Walter Astheimer in Vertretung des Landrats und für die Kreisverwaltung. Diedrich Backhaus gratulierte im Namen des Hessischen Städte- und Gemeindebundes.  

Bürgermeister Peter Burger aus Gernsheim sprach sowohl für die Südkreisbürgermeister, als auch als ehemaliger Dienstherr des neuen Riedstädter Bürgermeisters, der seither als Leiter des Gernsheimer Ordnungsamtes tätig war.  

Als Zeichen der guten politischen Kultur bezeichnete Quante die Tatsache, dass Vertreter aller sechs in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen anschließend das Wort ergriffen. Aus der französischen Partnerstadt Brienne-le-Chateau war Robert Coquin, Präsident des dortigen Verschwisterungskomitees, nach Riedstadt gereist, um seine Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen und für die Fortführung der Städtepartnerschaft zu werben.  

Auf der Rednerliste standen schließlich noch Tanja Demuth für den Personalrat der Stadtverwaltung, Pfarrer Volker Herwig für die Kirchengemeinden, Martin Buhl für die Riedstädter Schulen sowie Hannelore Pletz für die acht großen Sportvereine. Horst Hundsdorf sprach für die Kanuabteilung des Darmstädter TSG, die in Erfelden ihren Sitz hat und Manfred Emmer überbrachte Grüße und Geschenke im Namen des DGB-Ortsverbandes.  

Nach fast drei Stunden trat schließlich die Hauptperson des Abends Marcus Kretschmann ans Rednerpult und dankte für die vielen guten Wünsche. Er gehe mit großer Freude und Ungeduld, aber auch mit großem Respekt an seine neue Aufgabe. Dabei versprach er, parteiübergreifend ein Bürgermeister für alle Bürger zu sein, der eine Politik der Offenheit und Klarheit verfolge. Wirtschaftsförderung, Sicherheit, Lebensqualität und Kinderbetreuung sind dabei seine Themenschwerpunkte. Dabei gelte es aber vor allem, die Finanzen der Stadt auch weiterhin im Blick zu behalten und die aufgehäuften Schulden abzubauen. Seine Ziele werde er dabei aber keinesfalls überstülpen, sondern mit größtmöglicher Transparenz und Beteiligung der Bürgerschaft verfolgen.