Leistung als Fetisch der Gesellschaft

Kinoclub der BüchnerBühne zeigt am 31. Mai kritische Filmdokumentation über unser Bildungssystem

Filmszene aus „Alphabet“
Filmszene aus „Alphabet“

Eine höchst kritische Filmdokumentation des österreichischen Regisseurs Erwin Wagenhofer („Wie Feed the World“, „Let´s Make Money“) über die Ausrichtung unseres Bildungssystems ist am Mittwoch, 31. Mai um 19:30 Uhr im Kinoclub der BüchnerBühne Riedstadt zu sehen. Der Film „Alphabet – Angst oder Liebe?“ aus dem Jahr 2013 wird im Theatersaal in Riedstadt-Leeheim auf großer Leinwand gezeigt. Ein Eintrittspreis wird nicht erhoben – allerdings werden die Besucher um eine Spende ihrer Wahl gebeten. Das Theatercafé öffnet an Kinoclubtagen mittwochs generell bereits um 19:00 Uhr.  

Unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem wird durch krisenhafte Entwicklungen zunehmend in Frage gestellt, und eine Antwort ist nicht in Sicht. Die politischen und wirtschaftlich Mächtigen wurden zum Großteil an den besten Schulen und Universitäten ausgebildet. Ihre Ratlosigkeit ist deutlich zu spüren, und an die Stelle einer langfristigen Perspektive ist kurzatmiger Aktionismus getreten. Mit erschreckender Deutlichkeit wird nun sichtbar, dass uns die Grenzen unseres Denkens von Kindheit an zu eng gesteckt wurden. Egal welche Schule wir besucht haben, bewegen wir uns in Denkmustern, die aus der Frühzeit der Industrialisierung stammen.  

„Leistung“ als Fetisch der Wettbewerbsgesellschaft ist weltweit zum unerbittlichen Maß aller Dinge geworden. Doch die einseitige Ausrichtung auf technokratische Lernziele und auf die fehlerfreie Wiedergabe isolierter Wissensinhalte lässt genau jene spielerische Kreativität verkümmern, die uns helfen könnte, ohne Angst vor dem Scheitern nach neuen Lösungen zu suchen..  

Unser Schulsystem ist als Relikt des industriellen Zeitalters überholt. Darüber ist man sich einig. Doch neue Konzepte zielen meist auf eine Leistungsgesellschaft ab, in der der Schüler zu immer größerer Performance getrimmt wird. Dabei können die Herausforderungen unserer Zeit, die politische und wirtschaftliche Unsicherheiten mit sich bringen, nur durch die Fähigkeit zum innovativen Denken gelöst werden. Die Dokumentation zeigt, wie eindimensionale Denkmuster entstehen und was die Folgen für unsere Gesellschaft sind.

Hinweis:

Teil 3 der Krimireihe um den lakonischen Provinzpolizisten Franz Eberhofer mit dem Titel „Schweinskopf als dente“ ist bereits am kommenden Mittwoch, 24. Mai um 19:30 Uhr im Kinoclub zu sehen. Immer mittwochs um halb Acht - großes Kino im kleinen Theatersaal der Büchnerbühne!