„Hoppla, wir leben“ am Maifeiertag

Büchnerbühne Riedstadt zeigt das Drama über die Deformation der Politiker

Szene aus „Hoppla, wir leben“
Szene aus „Hoppla, wir leben“

Das Theaterstück „Hoppla wir leben“ steht am 1. Mai-Feiertag um 16:00 Uhr wieder einmal auf dem Spielplan der Büchnerbühne Riedstadt in Riedstadt-Leeheim, Kirchstraße 16. Das Theatercafé ist bereits ab 15:00 Uhr für Zuschauer geöffnet. Theaterkarten gibt es im Vorverkauf oder an der Tageskasse.  

Das Drama stammt von Ernst Toller, einem der bedeutendsten Vertreter des literarischen Expressionismus. Es erzählt aus der Zeit der Weimarer Republik, als Menschen und Politik vielerlei Gefahren ausgesetzt waren. Dennoch lässt sich die Problematik des deformierten Politikers durchaus auch in heutiger Zeit beobachten. Inwieweit die auf Zeit verliehene Macht einen Menschen verändert, ihn korrumpierbar macht, seine Wahrhaftigkeit und Integrität beschädigt, wurde nicht nur in den 1920er Jahren der Weimarer Republik diskutiert. Über die 68er-Generation, die den „Marsch durch die Institutionen“ propagierte, bis zu heutigen (Ausfall-)Erscheinungen des Politikbetriebs scheint das Thema aktuell wie eh und je.  

Der Text Tollers erzählt von Karl Thomas, der nach acht Jahren aus dem Irrenhaus entlassen wird. Er merkt, dass nichts mehr so ist wie früher. Seine revolutionären Freunde, mit denen er noch 1919 nach dem politischen Aufstand auf die Hinrichtung gewartet hat, haben sich stark verändert.  

Zuerst sucht Karl Thomas seinen Genossen und Mithäftling Wilhelm Kilmann auf, der zu seiner großen Enttäuschung auf die andere Seite gewechselt hat und inzwischen Innenminister ist. Auch seine alten Bekanntschaften Eva Berg und Albert Kroll arbeiten zwar streng für ihre Partei, verlieren aber nach und nach ihr großes ideelles Ziel aus den Augen.  

Als Thomas eine Stelle als Hilfskellner im Grand Hotel annimmt, wird er dort Zeuge von Korruption und Intrigen. Als er dann auch noch wegen Mordverdacht an Kilmann festgenommen wird, endet er in völliger Verzweiflung und versteht die Welt nicht mehr: „Ich bin der Welt abhandengekommen – Die Welt ist mir abhandengekommen“  

Eintrittskarten sind im Vorverkauf über den Online-Ticketshop der Homepage (www.buechnerbuehne.de) oder direkt im Theater (dienstags und freitags von 10:00 bis 13:00 Uhr) erhältlich. Außerdem sind Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen über Reservix oder AD-Tickets zu bekommen.

Das Foto wurde uns freundlicherweise von Robert Heiler zur Verfügung gestellt.