Busexkursion zu Klosteranlage und Park

Ausflug der Riedstädter Grünflächenpaten führte nach Seligenstadt und Aschaffenburg

Die Ausflugsteilnehmer und Grünflächen-Paten im Hof des Klosters Seligenstadt
Die Ausflugsteilnehmer und Grünflächen-Paten im Hof des Klosters Seligenstadt

Bei Kaiserwetter trafen sich 50 der Riedstädter Grünflächen-Pflegepaten am 11. Juni um 9.30 Uhr am Park-und-Ride-Parkplatz Goddelau zum nun bereits siebten Patenausflug. Seit 2011 lädt die Stadt Riedstadt ihre Grünflächenpaten als Dank für deren ehrenamtliches Engagement zu einem Ausflug zu einem gärtnerisch interessanten Ziel ein. Diesmal standen die ehemalige Benediktinerabtei in Seligenstadt und der Park Schönbusch in Aschaffenburg auf dem Programm.

In Seligenstadt wurde die Riedstädter Gruppe von zwei Führern empfangen, die ihre Gäste kenntnisreich und lebendig durch eine der wenigen fast vollständig erhaltenen Klosteranlagen in Hessen führten. Dabei konnten die Besucher die allein von Wasserkraft betriebene, technisch äußerst ausgeklügelte Klostermühle aus dem Jahr 1574 besichtigen, in der neben Getreide auch Ölfrüchte zur Gewinnung von Öl gemahlen wurden. Weiterhin standen das in der sich bereits ankündigenden großen Wärme des Tages angenehm kühle Sommerrefektorium (dem Sommerspeisesaal) der Mönche, der Klosterkreuzgang und die liebevoll renovierte und mit verblüffenden Ausstellungsstücken wie einem Kugelfisch oder Alligator bestückte Klosterapotheke auf dem Programm.  

Die Reisegruppe besuchte natürlich auch den reizvollen Klostergarten, der 1999 nach einem detailgenauen Kupferstich aus dem Jahr 1712 wieder als streng geometrischer Barockgarten hergestellt worden war und in dem neben einem Apothekergarten auch Gemüse und Obst zu finden ist. Wie im Barock üblich, sind alle Beete streng eingefasst, wobei – wie im Kreuzgang auch - die ursprünglich vorhandenen Buchsbaumeinfassungen aufgrund starken Buchsbaumzünslerbefalls ersetzt werden mussten. Während im Kreuzgang nun japanischer Spindelstrauch) verwendet wird, sind die Beeteinfassungen im Klostergarten aus Edelgamander, einer Pflanze, die laut Informationsfaltblatt „bereits in der „Physica“ der Hildegard von Bingen“ im 12. Jahrhundert erwähnt wird. Der Besuch in der alten Benediktinerabtei endete bei leckerem Klosterbrot aus dem Steinofen und einem Schoppen aus den ehemals klösterlichen Weinbergen.  

Nach diesem rundum gelungenen Auftakt fuhr die Gruppe weiter nach Aschaffenburg in den Park Schönbusch, wo alle Teilnehmer Zeit hatten, den ab 1775 als eine der ersten Anlagen in Deutschland im sogenannten „englischen Stil“ gestalteten Park auf eigene Faust und in Ruhe zu erkunden. Im Irrgarten konnte man dabei am eigenen Leib erfahren, dass der kürzeste und am nächsten liegende Weg nicht immer zum Ziel führt, sondern dass man dieses oft nur auf Umwegen erreicht – wenn man denn die Geduld aufbringt, nicht vorher schon aufzugeben.  

Ohne Umweg und sicher kam die Riedstädter Gruppe dann am frühen Abend nach einem Tag voller Eindrücke zurück nach Riedstadt.