Diese Seite ausdrucken

E-Mail an die Stadt schreiben

Fehler auf dieser Seite melden

Mittwoch, 18. Januar 2012

Kommunalpolitik als Bestandteil der Demokratie

Bei den Ehrungen anlässlich des Neujahrsempfangs der Stadt überwiegen Vertreter der örtlichen Politik

Die musikalische Begleitung erfolgte durch das Orchester der Akkordia

Die musikalische Begleitung erfolgte durch das Orchester der Akkordia

Bürgermeister Werner Amend bei seiner Ansprache zum neuen Jahr 2012

Bürgermeister Werner Amend bei seiner Ansprache zum neuen Jahr 2012

Ausgezeichnet mit dem Ehrenbrief der Stadt

Ausgezeichnet mit dem Ehrenbrief der Stadt

Blick ins Publikum

Blick ins Publikum

Träger von Ehrenplakatten gemeinsam mit Ehrenstadtrat Heinz Krug

Träger von Ehrenplakatten gemeinsam mit Ehrenstadtrat Heinz Krug

Gut 300 Gäste konnte Stadtverordnetenvorsteher Patrick Fiederer am vergangenen Sonntag (15.) in der Goddelauer Christoph-Bär-Halle begrüßen. Der Neujahrsempfang der Stadt Riedstadt begann mit flotten Rhythmen, für die das Orchester der Akkordia 73 Crumstadt viel Beifall erntete. Fiederer erwähnte in seinen Grußworten zur Eröffnung des Bürgerempfangs auch die aktuelle Entwicklung in der Riedstädter Kommunalpolitik, die mit wechselnden Mehrheiten im Stadtparlament und der Suche nach Gemeinsamkeiten Politik gestalten müsse. Dabei appellierte er daran, bei allem Sparzwang nicht die Interessen der Bürgerinnen und Bürger aus den Augen zu verlieren.

Bürgermeister Werner Amend schließlich ging in seiner Ansprache zunächst auf den größten Sohn der Stadt, Georg Büchner, ein, dessen 175. Todestag im Februar 2012 deutschlandweit gewürdigt werden wird. Er lud die Bürgerschaft zu den Veranstaltungen des städtischen Kulturbüros herzlich ein, die näher das soziale Engagement auch der übrigen Familienmitglieder von Georg Büchner beleuchten werden. Wilhelm hat als Chemiefabrikant in Pfungstadt beispielsweise Schule und Kindergarten gefördert und als einer der ersten Unternehmer eine Betriebskrankenkasse gegründet. Außerdem war er Mitglied des hessischen Landtags und Reichstagsabgeordneter. Die Schwester Luise förderte gemeinsam mit Prinzessin Alice in Darmstadt das öffentliche Gesundheitswesen und gilt als Vorkämpferin der Frauenbildung. Ludwig schließlich war als Darmstädter Stadtverordneter Mitbegründer eines Arbeiterbildungsvereins.

Weiter spann der Bürgermeister den Bogen von Büchner auf das politische und soziale Engagement in heutiger Zeit. Dabei würdigte er insbesondere das kommunalpolitische Ehrenamt in Parteien und Wählergruppen, das er als wichtigen Bestandteil der Demokratie ansieht. Angesichts der Finanznöte der Kommunen, seien die Ansprüche und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger größer, als die finanziellen Möglichkeiten. Deshalb sind häufig Entscheidungen der Politik nötig, die einzelnen Interessen entgegenstehen. Das macht das kommunalpolitische Handeln unbequem und stößt mitunter auf Verärgerung oder Unverständnis bei den Betroffenen. „Angesichts dieser Umstände können wir froh und dankbar sein für jeden, der bereit ist, sich hier in die Politik einzubringen“, erläuterte Amend und leitete damit auf die Ehrungen über.

Nach dem Ende der Legislaturperiode 2006 bis 2011 standen dabei zahlreiche Stadtverordnete oder Mitglieder des Riedstädter Magistrats im Mittelpunkt. Den Ehrenbrief der Stadt verliehen Bürgermeister Amend und Stadtverordnetenvorsteher Patrick Fiederer den Kommunalpolitikern Werner Bonn (Leeheim, SPD), Heiko Büßer (Wolfskehlen, CDU), Mathias Dey (Erfelden, SPD), Ottmar Eberling (Erfelden, SPD), Patrick Fiederer (Leeheim, SPD), Michael Fraikin (Wolfskehlen, CDU), Brigitte Hennig (Wolfskehlen, SPD), Petra Schellhaas (Crumstadt, GLR), Peter Spartmann (Leeheim, CDU), Matthias Thurn (Leeheim, SPD), Hannelore Lessenich (Leeheim, SPD) und Rita Schmiele (Wolfskehlen, SPD). Alle Genannten haben mehr als zehn Jahre in den politischen Gremien Stadtverordnetenversammlung oder Magistrat mitgearbeitet..

Für eine mehr als 15jährige Mitarbeit erhielt Ursula Linke (Wolfskehlen, SPD), Friedhelm Funk (Wolfskehlen, CDU), Thomas Fischer (Erfelden, CDU) und Albrecht Ecker (Goddelau, SPD) die Ehrenplakette in Silber. Die Überreichung der Auszeichnung an Andreas Hirsch (Crumstadt, SPD) soll wegen seiner urlaubsbedingten Abwesenheit bei der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung nachgeholt werden.

Mehr als 20 Jahre aktiv in der Kommunalpolitik war Doris Senft (Crumstadt, CDU), der die Ehrenplakette in Silber überreicht wurde. Karlheinz Effertz (Wolfskehlen, SPD), Günter Bernhardt (Crumstadt, SPD) und Peter W. Selle (Goddelau, Freie Wähler WIR) sind jeweils seit mehr als einem Vierteljahrhundert in der Kommunalpolitik tätig und wurden mit Ehrenplaketten in Gold ausgezeichnet.

Die höchste von der Stadt zu vergebene Ehrung erfuhr anlässlich des Neujahrsempfangs Heinz Krug aus Crumstadt (CDU). Krug war seit 1972 zunächst Gemeindevertreter seines Heimatortes Crumstadt und wechselte schließlich 1977 in die Funktion des ehrenamtlichen Beigeordneten von Riedstadt. Nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wurde ihm die Bezeichnung „Ehrenstadtrat“ verliehen. Mit seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik kann Krug auf fast 40 Jahre Ehrenamt zurückblicken.

Aus dem Riedstädter Vereinsleben kamen vier öffentliche Auszeichnungen hinzu: Die beiden Brüder Gerald und Jochen Lohr wurden für ihr langjähriges Wirken im Vorstand der Ortsgruppe des DLRG Leeheim und im Bezirksvorstand der Lebensretter mit dem Ehrenbrief der Stadt ausgezeichnet. Der Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins Vogelfreunde Leeheim, Klaus Peter Dörr, ist bereits seit März 1991 in dieser Funktion. Auch er erhielt dafür den Ehrenbrief der Stadt. Das gilt ebenso für Michael Hauptmann, der seit zwanzig Jahren im Vorstand des Angelsportvereins 1951 Crumstadt mitarbeitet und bereits seit 16 Jahren seinem rührigen Verein vorsteht.

Nach dem Ehrungsmarathon lud Bürgermeister Amend zum informellen Teil des Bürgerempfangs ein. Bei einem kleinen Imbiss waren alle Gäste wie üblich zum Gedankenaustausch eingeladen.